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Rohingya in Bangladesch: Bleiben unerwünscht

Die muslimische Minderheit der Rohingya flieht nach Bangladesch. Die jüngste Welle der Fliehenden bekommt keinen Flüchtlingsstatus.

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Rohingya in Bangladesch: Bleiben unerwünscht

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Seit dem Militäreinsatz in Myanmar gegen die muslimische Minderheit der Rohingya im Oktober 2016 sind 75.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Es ist die dritte Welle von Fliehenden aus Myanmar in den vergangenen 40 Jahren.

Myanmar erteilte uns keine Visa. Wir filmten daher in Kutupalong im Südosten von Bangladesch nahe der Grenze. Wir sprachen mit Rohingya, die kürzlich angekommen sind. Ihre Geschichten sind traurige Geschichten.

Rahmot Ullah erzählt von seiner Flucht: “Ich rannte. Die alten Menschen, die nicht mehr konnten, haben sie abgeschlachtet. Frauen haben sie vergewaltigt. Mädchen haben sie vergewaltigt.”

Er zeigt, wie die Soldaten bei dem Militäreinsatz Männer zwangen, sich hinzuknien. Dann seien sie geschlagen worden.

Das Mädchen Zannat Ara ist 15. Vor dem Militäreinsatz im Oktober sei ein Gruppe Soldaten in ihr Dorf gekommen und habe sie vergewaltigt, sagt sie unter Tränen. “Als ich noch in meinem Land war, da haben die Soldaten Rohingya zusammengetrieben und dann geschlagen. Sie zwangen die Frauen, sich auszuziehen, dann quälten sie sie.”

Wer jetzt aus Myanmar kommt, den erkennt Bangladesch nicht mehr als Flüchtling an. Die Behörden haben eigens einen Status ohne Rechte kreiert. Er heißt übersetzt etwa: “Bürger von Myanmar ohne Papiere”.

Ein Helfer vom World Food Program der Vereinten Nationen erklärt: “Humanitäre Hilfe kam in den vergangenen zwanzig Jahren natürlich für die mit Flüchtlingsstatus. Jetzt sind 75.000 Menschen hier, die keinen Flüchtlingsstatus erhielten und somit keine Rechte haben. Wir wollen ihnen ein Leben in etwas mehr Würde ermöglichen, ähnlich wie wir es dort machen, wo die registrierten Flüchtlinge leben.”

Der Fluss Naf bildet die Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch. Willkommen sind die Rohingya hier in Bangladesch, einem der ärmsten Länder der Welt, nicht.

Monica Pinna von euronews sagt: “Myanmar liegt dort drüben, seit 1982 haben die Rohingya in Myanmar keine Staatsbürgerschaft mehr. Sie dürfen nicht reisen, der Zugang zu Bildung und Gesundheitswesen ist beschränkt, und sie dürfen auch nicht wählen.”

Laut Vereinten Nationen fallen die Übergriffe der Soldaten in Myanmar gegen die Minderheit der Rohingya wahrscheinlich in die Rubrik Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Am nächsten Donnerstag mehr über die Rohingya in Bangladesch in unserer Sendung Aid Zone.