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Echte Bedrohung? Nord- und Ost-Europa wappnen sich gegen Russland


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Echte Bedrohung? Nord- und Ost-Europa wappnen sich gegen Russland

Wiedereinführung der Wehrpflicht, Aufstockung der Militärausgaben, Verlegung von Truppen und Nato-Manöver: Die Sorge vor einer Bedrohung durch Russland wächst, insbesondere in Polen und den baltischen Staaten, aber auch in Schweden. Hinzukommen die Vorwürfe, dass Russland versucht habe, Wahlen im Westen zu manipulieren. Auf der anderen Seite sehen Europas Regierungen in Donald Trump keinen allzu verlässlichen Nato-Partner, wie sich zuletzt wieder beim Gipfeltreffen des Militärbündnisses zeigte.

Was tun?
Beispiel Polen, eines der EU-Länder, die das Natio-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung erreicht. Wie nach Estland, Litauen und Lettland wurden kürzlich auch nach Polen Nato-Truppen verlegt, um Russland abzuschrecken. Das Land geht aber noch weiter. Nach der russischen Krim-Annexion toleriert Polen die zunehmenden Übungen paramilitärischer Einheiten, die sich gegen eine mögliche Bedrohung durch Russland wappnen. Und es baut eine neue Freiwilligen-Armee mit über 53.000 Männern und Frauen auf. Insiders schaute sich bei der Paramiliz nahe Warschau um.

Beispiel Schweden: Auf den ersten Blick weit genug von Russland entfernt, um sich nicht sorgen zu müssen. Doch in der russischen Exklave Kaliningrad an der Ostsee genau gegenüber hat Russland atomwaffenfähige Raketen stationiert. Während beide Länder öffentlich und nachdrücklich die Möglichkeit einer russischen Intervention zurückweisen, hat Schweden nichtsdestotrotz die Wehrpflicht wieder eingeführt, seine Militärausgaben erhöht und die Beziehungen zur NATO verstärkt. Insiders fuhr nach Gotland, der schwedischen Insel gegenüber von Kaliningrad, auf der wieder permanent Truppen stationiert werden sollen.

Wie begründet sind diese Ängste?
Wir reden mit Sven Biscop, einem Experten für europäische Sicherheit und Verteidigung.

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S. Biscop: Bedrohung durch Russland nicht überbewerten!