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Manila: "Tat eines Verwirrten"


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Manila: "Tat eines Verwirrten"

Der Überfall auf einen Hotel- und Casinokomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila mit mindestens 37 Toten war doch kein Terrorangriff. Die Terrormiliz IS hatte zwar bekanntgegeben, es habe sich um einen ihrer Kämpfer gehandelt. Die philippinische Polizei erklärte jedoch, der Täter habe möglicherweise viel Geld in dem Casino verloren und habe sich rächen wollen. In seinem Rucksack waren gestohlene Jetons gefunden worden.

“Sie können sich bekennen, soviel sie wollen”, sagte Polizeichef Ronald Dela Rosa. “Für ihre Propagandazwecke, aber wir haben keine Hinweise darauf, dass es sich um einen Terrorakt handelte.”

Der Mann hatte im Casino einen Brand gelegt. 36 Menschen waren erstickt. Er tötete sich selbst in einem Hotelzimmer.

Mehr als 50 Menschen wurden verletzt.

Die Direktion des Maxim’s Hotel drückte ihr Bedauern aus und betonte, es handele sich um die Tat eines Verwirrten.

Das Motto, mit dem das “Resorts World” an Manilas internationalem Flughafen um Kunden wirbt, verheißt viel: “A Larger Than Life Experience”. Zu deutsch: eine Erfahrung, größer noch als das Leben. Doch nach dieser Nacht sind viele froh, aus dem gigantischen Hotel- und Casinokomplex am Rande der philippinischen Hauptstadt wenigstens davongekommen zu sein mit dem Leben.

Mindestens 36 Menschen haben es nicht geschafft. Sie alle wurden Opfer eines Mannes, der gegen Mitternacht ins Casino der Anlage eingedrungen war, mit einer Mütze über dem Kopf und einem Schnellfeuergewehr in der Hand. Er schoss dann auch um sich, traf aber nur Bildschirme und Fernseher. Auf die Besucher und das Personal zielte er offenbar nicht.

Den Leuten zum Verhängnis wurde jedoch, dass er dann auch Teppiche und Spieltische mit Benzin übergoss und anzündete. Durch den Brand entstand so dicker Rauch, dass sie es nicht mehr nach draußen schafften. Ihre Leichen wurden erst Stunden nach dem Überfall gefunden, als die Rettungskräfte sich endlich Zugang verschaffen konnten, im zweiten und dritten Stock des Casinos. Es muss ein furchtbares Bild gewesen sein.

Dass der mutmaßliche Täter nicht überlebt hatte, stand da schon länger fest. Seine Leiche wurde in einem Zimmer des Hotels “Maxims” gefunden, Raum Nummer 510. “Er hatte eine Schusswunde im Kopf und war schwer verbrannt”, berichtete Manilas Polizeichef Oscar Albayalde. “Wir vermuten, dass er Benzin über sich geschüttet hat, eine Decke über sich gelegt und angezündet. Dann hat er sich erschossen, bevor er völlig verbrannt war.”

Wie der Mann hieß, woher er kam, was ihn zu seiner Tat getrieben hat – auf all diese Fragen wusste auch nach Stunden noch niemand eine Antwort. Die Polizei gab sich allerdings überzeugt, dass der Überfall keinen terroristischen Hintergrund hat – obwohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihn für sich reklamierte. Tatsächlich spricht vom Ablauf der Tat vieles gegen eine Terrortat.

Polizeichef Albayalde sagte: “Das ist das Werk eines Verrückten. Vielleicht war er spielsüchtig, hat all sein Geld verloren und ist dann durchgedreht.”

Im Rucksack des Toten wurden gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet etwa zwei Millionen Euro entdeckt. Was er damit anfangen wollte, gehört zu den vielen Merkwürdigkeiten.