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Vor der Wahl: Sorge um Bleiberecht unter EU-Bürgern

Vor der Parlamentswahl in Großbritannien blicken viele EU-Bürger mit Wohnsitz im Königreich mit Sorge in die Zukunft. Welche Partei wird gewinnen und damit mit Brüssel am Brexit-Verhandlungstisch sitzen?

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Vor der Wahl: Sorge um Bleiberecht unter EU-Bürgern

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Alles zurücklassen, um ein neues Leben zu beginnen – Dorota Staniak hat es gewagt. Vor 13 Jahren kam sie mit ihrem Ehemann nach Großbritannien. Damals arbeitete sie als Zimmermädchen, heute gehört ihr ein Café im Norden Londons.

Eine Million Polen gibt es im Land – wie Dorota waren viele von ihnen schockiert über das Brexit-Votum im vergangenen Jahr. Sie spürt die Unsicherheit, die der Brexit für sie, ihren Mann und die beiden Kinder mit sich bringt. “Wir wissen noch immer nicht, was mit uns geschehen wird. Ich habe keinen britischen Pass. Und es sagt ja immer noch kein Politiker klar und deutlich: Ja, ihr dürft bleiben. Es ist noch immer unklar”, so Dorota.

Die Zukunft der Polen in Großbritannien beschäftigt auch die Regierung in Warschau, die so schnell wie möglich Klarheit schafffen möchte, weiß Jakub Krupa von einer polnischen Nachrichtenagentur in London: “Das ist die große Priorität der polnischen Regierung zur Zeit. Eine Million Polen leben im Vereinigten Königreich und sie wiederum haben Familien daheim in Polen. Das sind rund 6 Millionen Menschen und sie alle sind Wähler. Die Regierung steht also unter Druck. Die Rechte der Polen in Großbritannien müssen gesichert werden, so bald wie möglich. Es ist nicht nur eine Frage der Nationalität, sondern vor allem der Politik.”


Andrezj Badziak hat Polen bereits vor mehr als 30 Jahren verlassen. Er will, dass die Polen im Land Verantwirtung übernehmen anstatt vor allem Rechte einzufordern. “Ich wünsche mir, dass Polen einfach hierbleiben und sich anpassen. So habe ich das gemacht. Die britische Regierung jedenfalls wird im Sinne der britischen Öffentlichkeit handeln und ganz offensichtlich werden einige Menschen das Land verlassen müssen”, sagt Andrezi.

Wer auch immer nach der vorgezogenen Parlamentswahl das Amt des Premierministers bekleiden wird – warm anziehen muss sich die neue Regierung in jedem Fall – für stürmische Zeiten während der Brexit-Verhandlungen mit der EU und den Mitgliedsstaaten.