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Anschläge in Teheran: Vorwürfe gegen Saudi-Arabien


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Anschläge in Teheran: Vorwürfe gegen Saudi-Arabien

Nach den beiden Terroranschlägen in Teheran haben die iranischen Revolutionsgarden Saudi-Arabien für die Angriffe verantwortlich gemacht. Die Regierung in Riad hat die Verdächtigung zurückgewisen.

Sechs Terroristen hatten am Mittwoch das Parlament und das Mausoleum des verstorbenen Revolutionsführers Ruhollah Chomeini im Herzen der iranischen Hauptstadt gestürmt. Zwei waren Selbstmordattentäter, die sich in die Luft sprengten, die übrigen vier wurden erschossen. Zudem kamen mindestens zwölf Wächter und Zivilisten ums Leben. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Der Oberste Religionsführer des Landes, Ajatollah Sejjed Ali Khamenei, verurteilte die Anschläge. Diese bewiesen, dass das Land von den Konflikten im Irak und in Syrien nicht unbehelligt geblieben sei.

Zuvor hatte der sogenannten Islamische Staat die Anschläge für sich reklamiert. Der sunnitischen Terrormiliz gilt der schiitische Iran ein Erzfeind. Die Angriffe verschärfen die ohnehin immens angespannnte Situation im Nahen Osten, nachdem eine sunnitisch-islamische Allianz unter Führung Saudi Arabiens die diplomatischen Kontakte zu Katar abgebrochen hat. Die arabischen Staaten stoßen sich an den pragmatischeen Beziehungen Katars zum schiitischen Iran. Ausserdem kritisieren sie die Unterstützung der Muslimbruderschaft oder der Hamas, die im katarischen Doha ihr Hauptquartier hat – und auch vom Iran Unterstützung bekommt.

Nach Bagdad, Kabul und London ist die Doppelattacke in Teheran bereits der vierte große Anschlag seit Beginn des Fastenmonats Ramadans, zu dem sich der IS bekannt hat. Dort kämpfen von Teheran unterstützte Milizen gegen den IS. Bisher war der Iran von Terrorattacken radikaler Islamisten weitgehend verschont geblieben, obwohl vom Iran unterstützte und finanzierte Milizen sowohl in Syrien als auch im Irak im Einsatz gegen den IS sind.