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Modellfall Banco Popular: Anleger bluten, Steuerzahler nicht


Spanien

Modellfall Banco Popular: Anleger bluten, Steuerzahler nicht

Rettung in höchster Not: Die spanische Großbank Santander übernimmt die heimische Rivalin Banco Popular und bewahrt sie damit vor dem Zusammenbruch. Ein Modellfall für die Rettung strauchelnder Banken in Europa: Steuerzahler und Konteninhaber werden geschont, die Aktionäre der Banco Popular verlieren vermutlich ihren gesamten Einsatz, Inhaber nachrangiger Anleihen zwei Milliarden Euro..

Es ist das erste Mal, dass die neuen Regeln zur Bankenabwicklung zum Einsatz kommen, die in Europa seit Anfang 2016 als Lehre aus der Finanzkrise in Kraft sind und einen Beitrag der Investoren (“bail-in”) vorsehen.

Ana Patricia Botín, Präsidentin der Banco Santander:

“Es ist eine Operation, die gut ist für Spanien und für Europa. Es ist das erste Mal, dass die europäische Resolution angewendet wird. Sie soll garantieren, das System stabil bleibt, wenn eine Bank gerettet werden muss, und eine Lösung ohne öffentliche Gelder erreicht wird.”

AktionärevonBanco Popularwerden100 ProzentihrerInvestitionverlieren. #Spanien #Wirtschaft #Bank https://t.co/D1616R1gYZ

— Dr FrühbeckAbogados(@FruhbeckInfo) 7 juin 2017

Das Geschäft war für einen symbolischen Euro besiegelt worden. Santander plant eine milliardenschwere Kapitalerhöhung, um die Risiken zu schultern. Wirtschaftsminister Luis de Guindos zeigte sich erleichtert, dass die Steuerzahler geschont werden: “Das ist ein gutes Ergebnis”.

Die Lage der Banco Popular hatte sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschlechtert, weil viele Sparer ihre Konten leergeräumt hatten. Am Ende musste die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRB über Nacht handeln.

Auch die EU-Kommission betonte, der Steuerzahler müsse mit keinem Cent für die Rettung gerade stehen. “Alle Sparer haben weiterhin Zugriff auf alle ihre Einlagen.” 2016 verwaltete Popular fast 100 Milliarden Euro Kundengelder. Auch Elke König von der Abwicklungbehörde (SRB) des einheitlichen europäischen Bankenabwicklungsmechanismus in Brüssel zeigte sich zufrieden: “Die heute getroffene Entscheidung schützt die Sparer und sichert entscheidende Funktionen der Banco Popular”, sagte sie.

Die Europäische Zentralbank hatte das sechstgrößte Geldhaus Spaniens mit seinen 1800 Filialen und) fast 12.000 Mitarbeitern als nicht überlebensfähig eingestuft.

Santander reprend Banco Popularau bord de la faillite https://t.co/fUyYxioXVS pic.twitter.com/hVRzab7YVK

— Les Echos (@LesEchos) 8 juin 2017
“Der Fall der Banco Popular (Börsenkurs)”

Banco Popular war in den Strudel der spanischen Immobilienkrise geraten. Auf der Bank lasten 37 Milliarden Euro an faulen Hypotheken und Immobilien, die ihr im Zuge von Überschuldung zugefallen sind. Santander muss diese Altlasten nun übernehmen und erhöht ihre eigene Vorsorge für Problemkredite um 7,9 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft kann sie das nicht schultern – und schiebt eine Kapitalerhöhung an. Sieben Milliarden Euro will das Institut bei den Aktionären einsammeln.

su mit Reuters

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