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Corbyn: "Stimmen, Sitze und Vertrauen verloren"


Großbritannien

Corbyn: "Stimmen, Sitze und Vertrauen verloren"

Theresa Mays Herausforderer Jeremy Corbyn, dessen Labour-Partei stark zulegen konnte, forderte die Premierministerin noch in der Nacht zum Rücktritt auf. May habe Stimmen, Sitze und Vertrauen verloren, sagte der 68-Jährige. Gleichzeitig brachte er angesichts von 261 gewonnenen Sitzen eine eigene Minderheitsregierung ins Spiel.

Corbyn konzentrierte sich im Wahlkampf auf soziale Themen wie Wohnungsnot, den schlechten Zustand des Gesundheitssystems, Bildung und Renten. Damit punktete er vor allem bei seinen zahlreichen jüngeren Anhängern.

Corbyn dankte der Wählerschaft, zu denen nach ersten Wahlanalysen zahlreiche EU-Befürworter gehörten:“Ich denke, jedes Labour-Parteimitglied und jeder unserer Unterstützer – ob junge Leute, alte Menschen, oder die dazwischen – sie sollten stolz auf das sein, was wir gestern erreicht haben. Es war Mays Entscheidung, die Neuwahlen herbeizuführen. Ihr Name stand auf dem Spiel. Sie wollte eine starke und stabile Regierung. Es sieht aber nicht wie eine starke Regierung aus oder wie eine Regierung mit irgendeiner Art von Programm.”


Die herben Verluste der schottischen Nationalpartei von Nicola Sturgeon werden auch als Absage an ein zweites Unabhängigkeitsreferendum in Schottland gewertet. Die Regierungschefin räumte ein, dass die Pläne für eine Volksabstimmung “zweifellos” ein “Faktor” für den Verlust von 21 Sitzen gewesen seien. Auch der frühere Chef der Schottischen Nationalpartei, Alex Salmond, verlor sein Mandat.


Gleiches gilt für den ehemaligen britischen Vizeregierungschef und Ex-Chef der Liberaldemokraten, Nick Clegg. Er verlor seinen Wahlkreis in Sheffield Hallam gegen einen Labour-Abgeordneten. Insgesamt konnten die Liberaldemokraten aber vier Mandate hinzugewinnen und kamen auf 12 Sitze. Sie kämpfen als einzige landesweite Partei für den Verbleib in der EU.

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