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Golf-Krise: Jetzt redet Deutschland mit


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Golf-Krise: Jetzt redet Deutschland mit

In die Krise am Persischen Golf hat sich jetzt die deutsche Bundesregierung eingeschaltet. Außenminister Sigmar Gabriel hat in seinem Wahlkreis Wolfenbüttel den Außenminister von Katar, Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, empfangen. Der Golfstaat Katar wird seit Tagen von seinen Nachbarländern isoliert.

Das Treffen der Außenminister war kurzfristig anberaumt worden. Gabriel ergriff öffentlich keine Partei, machte sich aber für eine diplomatische Lösung der Krise stark: “Wir als Bundesrepublik Deutschland werden alles dafür tun, was wir können, gemeinsam mit unseren europäischen Freunden, dass dieser Konflikt nicht weiter eskaliert, sondern nach Möglichkeit sobald als möglich gelöst wird.”

Man wolle sich lieber wieder auf den eigenen Gegner, den sogenannten Islamischen Staat konzentrieren, so Gabriel. Katar ist Teil der Koalition gegen den IS.

Mehrere arabische Staaten werfen Katar dagegen die Unterstützung von Terroristen vor und haben deshalb Sanktionen ausgerufen. So haben Saudi-Arabien, Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate den Flugverkehr nach Katar eingestellt, Katars Nachbarländer haben ihre Grenzen dichtgemacht. Unter anderem werfen sie Katar vor, das Land unterstütze Terrorgruppen. Mehrere Personen und Organisationen mit angeblichen Verbindungen nach Katar wurden auf eine “Terrorliste” gesetzt und müssen mit gesperrten Konten und anderen Einschränkungen rechnen. Die Vereinigten Arabischen Emirate drohen mit 15 Jahren Gefängnis für Menschen, die ihre Sympathie mit Katar bekunden.

“Die Maßnahmen gegen Katar verletzen internationales Recht und Menschenrechte”, so Außenminister Al Thani in Wolfenbüttel. Das Land sucht jetzt nach Verbündeten, und so könnte ausgerechnet der schiitisch geprägte Iran zu einem Partner des sunnitischen Golfstaates werden. Katar hatte sich bereits in der Vergangenheit um ein ausgewogenes Verhältnis zum Iran bemüht, ganz im Gegensatz zu anderen Golf-Staaten, unter ihnen vor allem Saudi Arabien, für das der Iran der Erzfeind ist.

In der derzeitigen Krise hat sich auch die Türkei offen zu Katar bekannt. So winkte das türkische Parlament am Mittwoch zwei Abkommen durch, mit denen die militärische Zusammenarbeit der Länder gestärkt werden soll. Bisher waren bereits türkische Truppen in Katar stationiert, diese Kontingente sollen aufgestockt werden.

Katar ist unter anderem Sitz von Al Jazeera, einem der wenigen mehr oder weniger unabhängigen pan-arabischen Nachrichtensender. Dessen Computersysteme wurden nach Angaben des Senders von Hackern angegriffen. Ob der Angriff im Zusammenhang mit der Diplomatiekrise steht, ist bisher nicht klar.

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