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Oppositionsführer Corbyn kritisiert May

Drei Tage nach der britischen Parlmentswahl gibt sich Oppositionsführer Jeremy Corbyn noch nicht geschlagen. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Labour-Partei sagte am Sonntag in einem Zeitungsinterview, er könne noch immer Premierminister werden

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Oppositionsführer Corbyn kritisiert May

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Drei Tage nach der britischen Parlmentswahl gibt sich Oppositionsführer Jeremy Corbyn noch nicht geschlagen. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Labour-Partei sagte am Sonntag in einem Zeitungsinterview, er könne noch immer Premierminister werden – und attackierte Amtsinhaberin Theresa May. Angesichts der Herausforderungen, vor denen das Land stehe, sei eine Regierung unglaubwürdig, die nur mit Hilfe der ultra-konservativen DUP eine Mehrheit erhalte. Es sei möglich, das Regierungsprogramm im Unterhaus mehrheitlich abzulehnen, darauf werde Labour hinarbeiten. Wenn Konservative und DUP sich einigen, ist es aber unwahrscheinlich, dass diese Nagelprobe für die neue Regierung schiefgeht.

Tatsächlich könnte die nordirische DUP mit ihren zehn Parlamentssitzen den Konservativen zu einer knappen Mehrheit verhelfen. Die Verhandlungen blieben bisher ergebnislos. Die Vorsitzende Arlene Foster sagte, sie werde im nationalen Interesse handeln.

Beobachter halten es für möglich, dass Premierministerin May nach Bildung einer neuen Regierung zurücktritt. Mays Ansehen hat auch in den eigenen Reihen schwer gelitten. Sie hatte die vorgezogene Wahl ausgerufen, um vor den Brexit-Verhandlungen ihre Regierungsmehrheit im Unterhaus zu verbreitern. Ihre beiden wichtigsten Berater haben bereits ihre Jobs aufgegeben. Der frühere Finanzminister George Osborne, den May nach ihrer Amtsübernahme 2016 entlassen hatte, nannte die Regierungschefin am Sonntag in der BBC eine “lebende Tote”. Ihr Rücktritt sei nur eine Frage der Zeit.

Außenminister Boris Johnson stellte sich dagegen demonstrativ hinter die Premierministerin und dementierte einen Bericht, er wolle sie
ablösen. Die Sonntagsausgabe der Tory-nahen Boulevardzeitung “Daily Mail” berichtete, Johnsons Team bereite bereits seine Kandidatur vor.
Solange May im Amt sei, werde er aber nicht handeln. Nach dem Rücktritt von Ex-Premier David Cameron hatte Johnson als ein Favorit
für dessen Nachfolge an der Parteispitze gegolten.