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Schwarzer Sonntag für Frankreichs Sozialisten - fast alle haben verloren


Frankreich

Schwarzer Sonntag für Frankreichs Sozialisten - fast alle haben verloren

Für den Verantwortlichen der konservativen Partei in Frankreich Francois Baroin (52) war es kein guter Abend. Im Mai – auch noch nach der Wahl von Emmanuel Macron – hatte er noch gehofft – quasi als Gegenspieler zum Präsidenten -, Permierminister zu werden. Jetzt fordert der einstige Schützling von Jacques Chirac die Nicht-Wähler und die, die ihre Wut zum Ausdruck gebracht haben, dazu auf, in der zweiten Runde dafür zu sorgen, dass die Macht verteilt werde und nicht auf eine einzige Partei konzentriert bleibe.

Marine Le Pen vom Front National hofft darauf, am kommenden Sonntag in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich gewählt zu werden. Sie meint, es brauche in der Nationalversammlung eine wahre Opposition zur katastrophalen Politik, die Emmanuel Macron vorbereite. Er wolle das Arbeitsrecht zerstören und Millionen Arbeitnehmer ins Ungewisse stürzen, ohne den Unternehmen etwas zu bieten.

Tatsächlich leidet der Front National darunter, dass sowohl Emmanuel Macrons EN MARCHE als auch die Konservativen und die Sozialisten in den Wahlkreisen, in denen eine Kandidatin oder ein Kandidat der Rechtsextremen zu gewinnen droht, sich zugunsten der gemäßigten Kandidaten zurückzuziehen.

Für die Sozialisten ist die erste Runde der Parlamentswahlen ein schwarzer Sonntag: Nicht nur Parteichef Cambadélis selbst, auch der Präsidentschaftskandidat Benoit Hamon und viele andere sozialistische Politiker sind vor der zweiten Runde ausgeschieden. Cambadélis gestand die historische Niederlage seiner Partei ein und forderte die Wähler dazu auf, die Werte der Linken in der zweiten Runde zu verteidigen.

Der linksextreme Jean-Luc Mélenchon konnte nicht an seinen Erfolg bei den Präsidentschaftswahlen anknüpfen, aber er selbst hat in Marseille noch eine Chance, denn er liegt in dem von ihm gewählten Wahlkreis in Marseille klar vorn. Insgesamt dürften aber in der neuen Nationalversammlung in etwa so viele linksextreme Abgeordnete vertreten sein wie zuvor.

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