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USA: Sexuelle Minderheiten fürchten Rückschritt


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USA: Sexuelle Minderheiten fürchten Rückschritt

In Washington und anderen amerikanischen Städten haben tausende Menschen für die Rechte von Schwulen, Lesben und Menschen, die sich einer eindeutigen Geschlechtszuordnung entziehen (Transgender) demonstriert. In der Hauptstadt zog die Menge auch am Weißen Haus vorbei. Viele schwenkten Regenbogenfahnen. Und fürchten, dass bei der Toleranz die Uhr zurückgedreht wird.

Headingto DC the daybeforemy25th birthdayto coverthe Equalityfor Unityand PrideMarch. pic.twitter.com/KsygUwjadJ

— BabeeGarcia (@babee_garcia) 26 mai 2017

Malika Garibaldi aus Texas:

“Eine Menge Fortschritte, die wir in den vergangenen acht Jahren gemacht haben, sind unter Beschuss – zum Beispiel das unter Obama zugestandene Recht, öffentliche Toiletten nach subjektiver Geschlechtszugehörigkeit zu nutzen. Wir haben auch einen Vizepräsidenten, der die sogenannte Reparativtherapie unterstützt, die bekanntlich schadet. “

Reparativtherapie werden Methoden der Psychotherapie genannt, die die Abnahme homosexueller Neigungen und die Entwicklung heterosexueller Potentiale zum Ziel haben. Sie wird von verschiedenen Gruppen der überwiegend evangelikal geprägten Ex-Gay-Bewegung propagiert. Führende internationale psychiatrische und psychologische Fachgesellschaften lehnen solche Behandlungsversuche ab – sie widersprächen den etablierten Auffassungen von Homosexualität in Psychiatrie und Psychologie und könnten die Therapierten schädigen. Der Begriff selbst sei missverständlich und durch religiöse Werturteile geprägt.

Neben Washington gab es auch in Boston, New York, Chicago und Los Angeles Protestzüge. Viele Demonstranten erinnerten an die Opfer des Attentats in einem Schwulenclub in Orlando, das sich am Montag jährt. In dem Club hatte ein Mann 49 Menschen erschossen. Auf Plakaten standen Sprüche wie: «Liebe ist Liebe» oder «Niemand kann Liebe Gesetzen unterziehen».

US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, Schwule und Lesben schützen zu wollen. In sein Kabinett hat er aber mehrere Politiker geholt, die als Gegner von Rechten der Minderheit aufgefallen waren, die von heteronormativen Regeln (LGBT) abweicht. So hatte sein Vize Mike Pence als Gouverneur von Indiana ein Gesetz unterzeichnet, das es Geschäften unter anderem erlaubte, homosexuelle Kunden abzuweisen.

Trump nahm in seinen ersten Amtswochen auch eine Regelung zurück, die Transgendern freistellte, welche Toilette sie in Schulen oder Universitäten benutzen.

su mit dpa