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Jetzt lieber der Name der Mutter? Diese Regeln gelten in Europa


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Jetzt lieber der Name der Mutter? Diese Regeln gelten in Europa

Sind Namen Schall und Rauch oder doch wichtig? In Spanien findet man Millionen von “García”, “Rodríguez” oder “González” auf Klingelschildern. Die Gesetze im Hinblick auf Familiennamen waren bislang eher patriarchalisch.
Traditionell besteht der spanische Nachname aus zwei Teilen, doch zuerst stand der Name des Vaters, dann erst der Name der Mutter.

So war es zumindest bisher, denn ab Juli ändert sich laut einer neuen Verwaltungsvorschrift diese uralte, lange als unantastbar geltende Regel. Eltern Neugeborener dürfen ab dem kommenden Monat selbst entscheiden, welcher Nachname bei der Registrierung ihres Kindes vorne und welcher hinten stehen soll.

In der EU ist man weit davon entfernt, die Namensgebung einheitlich zu gestalten. Euronews hat für Sie die Nachnamensvergabe in anderen europäischen Ländern zusammengestellt.

Deutschland
Die Entscheidung beim Nachnamen des Kindes wird in Deutschland schon seit Langem nach dem gleichen Verfahren bestimmt. Bei verheirateten Ehepartnern, die den gleichen Ehenamen führen, erhält das Kind den Ehenamen als Geburtsnamen. Sind die Eltern verheiratet, führen aber keinen einheitlichen Ehenamen, bekommt das Kind entweder den Nachnamen der Mutter oder des Vaters. Der einmal gewählte Nachname gilt für alle nachgeborenen Geschwisterkinder.
Bei nicht verheirateten Paaren, kann entweder der Familienname der Mutter oder der des Vaters vergeben werden. Sind die Eltern nicht verheiratet und ein Elternteil hat das alleinige Sorgerecht, dann erhält das Kind dessen Familiennamen. Als sorgeberechtigtes Elternteil kann man dem Kind auch den Familiennamen des anderen Elternteils erteilen (nur mit dessen Einwilligung).

Frankreich
Ohne ausdrückliche Namenswahl seitens der Eltern wird der Name des Vaters auf das Kind eines verheirateten Paares übertragen. Wenn die Eltern keinen expliziten Namenswunsch haben, trägt das Kind den Namen des Elternteils, welches sich zuerst amtlich zu dem Kind bekennt. Unverheiratete Eltern können es sich aussuchen, ob das Kind den Namen des Vaters oder den der Mutter bekommt.

Schweiz
Das Kind, dessen Eltern miteinander verheiratet sind, erhält bei der Geburt den gemeinsamen Familiennamen seiner Eltern. Tragen die Eltern verschiedene Familiennamen, erhält das Kind einen der beiden Namen. Innerhalb eines Jahres nach der Geburt ihres ersten Kindes können die Eltern gemeinsam den Namen noch ändern. Das Kind, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind, erhält bei der Geburt den Mädchennamen der Mutter.

Österreich
Wenn die Eltern einen gemeinsamen Familiennamen tragen, erhält auch das Kind diesen Namen. Möchten die Eltern ihre Familiennamen trotz Heirat behalten, so müssen sie schon vor bzw. bei der Eheschließung festlegen, welchen Familiennamen die gemeinsamen Kinder tragen sollen. Kinder die in eine uneheliche Lebenspartnerschaft geboren werden, erhalten durch das österreichische Recht den Familiennamen, den die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt trägt.

Großbritannien
Verheiratete Paare in Großbritannien können jeden beliebigen Nachnamen für ihr Kind wählen. Der Nachname muss nicht unbedingt der von einem der beiden Elternteilen sein. Wer die Geburt des Kindes registriert, kann den Namen und Nachnamen des Kindes auswählen.
Einer ungewöhnlicher Trend: Immer mehr Paare, die heiraten, verschmelzen ihre beiden Nachnamen miteinander. Durch diesen Trend, den man meshing nennt, erhalten auch die Kinder den neu kreierten Nachnamen.

Schweden
Schwedens Familiennamen beruhen auf einer kuriosen Eigenart des Landes: Über 20 Prozent der Bevölkerung, rund 1,5 Millionen der sieben Millionen Schweden, tragen einen der folgenden fünf Namen: Andersson, Johansson, Karlsson, Nilsson und Svensson. Diese Namenshäufungen entstanden 1901, als jeder Schwede sich nennen konnte, wie er wollte. Es war seit jeher eine weitverbreitete Sitte, die Kinder nicht mit Familiennamen, sondern nach dem Vornamen des Vaters zu benennen, dem man ein “son” (Sohn) oder “dotter” (Tochter) anhängte.

Russland
Russische Namen bestehen aus drei Teilen: Vorname, Name des Vaters und Nachname. Der “Vatername” wird im Russischen vom Vornamen des Vaters abgeleitet.
Zum Beispiel, ein Mann mit dem Vornamen Wladimir hat einen Sohn Aleksej und eine Tochter Svetlana. Der Sohn hieße dann Aleksej Wladimir-owitsch und die Tochter Svetlana Wladimir-owna.

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