Eilmeldung

Eilmeldung

Tipps vom Profi im Ausland: Erasmus für Jungunternehmer

Das Austauschprogramm soll angehenden und frischgebackenen Unternehmern grenzüberschreitend Erfahrungsaustausch mit alteingesessenen Profis ermöglichen

Sie lesen gerade:

Tipps vom Profi im Ausland: Erasmus für Jungunternehmer

Schriftgrösse Aa Aa

Gar nicht so einfach, in Europa ein Kleinunternehmen aufzubauen und sich einen internationalen Markt zu erschließen. Eine Berlinerin hat es mit Hilfe des Erasmus-Austauschprogramms für Jungunternehmer geschafft.

allviews Created with Sketch. Meinung

"Ich bin froh und enthusiastisch, diese Erfahrungen an andere weiterzugeben und so auch dem Programm etwas zurückzugeben."

Dilek Topkara Design-Konditorin

Thomas Berger von der Hochschule Fulda ist einer der lokalen Ansprechpartner des Programms: “Erasmus bringt neue und erfahrene Unternehmer aus Europa zusammen, damit sie Erfahrungen austauschen und internationale Geschäftsideen entwickeln können. Bislang hat es fast 5.000 Partnerschaften zwischen Jung- und ihren Gastunternehmern in einem anderen Land unterstützt.”

Darunter auch Dilek Topkara. Die Lebensmitteltechnologin aus Berlin hat vor vier Jahren ihre Design-Konditorei Dilekerei gegründet.



Mit dem Erasmus-Austauschprogramm für Jungunternehmer holte sie sich zuvor in Großbritannien von einem erfahrenen Kollegen Ratschläge, wie man Kunden aus anderen Ländern und Kulturkreisen gewinnt. Sie nutzt dafür vor allem Internet und soziale Netzwerke: “Ich versuche immer, meine verschiedenen Hintergründe und Kulturen in meinem Beruf zu vereinen. Das Programm hat mir wirklich geholfen, international an Kunden heranzukommen.”

Erasmus-Austauschprogramm für Jungunternehmer

  • Erasmus für junge Unternehmer ist ein EU-Programm, das grenzüberschreitend den Austausch von unternehmerischer und Management-Erfahrung fördern soll.
  • Es stellt Kontakte zwischen angehenden oder neuen Unternehmern (Betrieb soll maximal drei Jahre alt sein) und erfahrenen, alteingesessenen Klein- und mittelständischen Unternehmern in einem anderen Land Europas her. Auf der Partnerliste stehen neben den EU-Mitgliedsstaaten auch Albanien, Armenien, Bosnien-Herzegowina, die Frühere jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Montenegro, die Republik Moldau, Serbien, die Türkei und die Ukraine.
  • Der Austausch wird durch EU-Mittel aus dem COSME-Programm finanziell unterstützt. Seit Auflegung des Programms 2009 haben mehr als 5.000 Unternehmer-Paare das Angebot genutzt.
  • Es soll in Zukunft auf weitere Länder ausgedehnt werden.

Nützliche Links



Dilek versorgt die örtliche Klientel mit aufwändigen Torten für Hochzeiten und Taufen und kommt auch im Ausland herum, zum Beispiel buk sie für Fotoshootings und Feste in Wien und Venedig.



Zu Anfang half die Familie mit – jetzt beschäftigt Dilek vier Mitarbeiter. Im September gibt sie ihr erstes Buch heraus – und will nun selbst als Gastunternehmerin im Erasmus-Programm weitermachen: “Ich bin froh und enthusiastisch, diese Erfahrungen an andere weiterzugeben und so auch dem Programm etwas zurückzugeben.”



An dem Programm können angehende Gründer und Unternehmer jeden Alters teilnehmen, deren Betrieb höchstens drei Jahre besteht. Voraussetzung sind eine Geschäftsidee und ein internationaler Ansatz. Bis zu sechs Monate können sie in einem anderen Land Erfahrungen bei einem Gastunternehmer sammeln mit einer monatlichen Unterstützung von bis zu rund tausend Euro, je nach Land. Die Gastunternehmer, die mindestens drei Jahre Erfahrung müssen, können durch neuen Input und neue Geschäftskontakte im Ausland vom Programm profitieren.

Thomas Berger: “Wir wollen das Programm jetzt auch auf Länder außerhalb der EU ausdehnen. Außerdem wollen wir ein Netzwerk führerer Teilnehmer aufbauen, damit wir alle in Kontakt bleiben.”