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Venezuela: Informiert mit Bus-TV

In Venezuela haben Journalisten und Künstler das Projekt Bus-TV gestartet.

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Venezuela: Informiert mit Bus-TV

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In Venezuela haben Journalisten und Künstler das Projekt Bus-TV gestartet. Ausgestattet mit einem Papp-Bildschirm steigen sie in Busse, um die Fahrgäste mit Informationen zu versorgen.

Traditionelle Medien gelten als regierungsnah. Rund die Hälfte der Bevölkerung hat nur begrenzten oder keinen Zugang zum Internet.

Mitglieder des Busteams müssen neutral sein: Sie dürfen keine politischen Sticker an ihrer Kleidung tragen oder Schuldzuweisungen für die Gewalt geben: Seit April wurden bisher fast 70 Menschen bei den Protesten getötet.

Das Team konzentriert sich auf Busstrecken durch die ärmsten Viertel der Stadt. Informiert wird über die Anti-Regierungsproteste und den Mangel, aber auch über Regierungsmeldungen, Sport sowie Rezepte für einfache und billige Mahlzeiten.

“Bus-TV wurde aus der Notwendigkeit heraus geboren, normale Menschen mit Nachrichten zu versorgen, die nicht in den Medien ausgestrahlt werden. Für den Durchschnittsbürger, aber auch als Reporter ist es extrem schwierig, Informationen zu bekommen. Es gibt viele Gerüchte auf den Straßen und über soziale Netzwerke, wir wollten eine Alternative dazu bieten, um den Menschen eine weitere direkte Informationsquelle zu geben”, so Teammitglied Maria Gabriela Fernandez.

Euronews-Reporter Alberto de Filippis in Caracas: “In einer tiefen Krise wie der venezolanischen, sind heutzutage sogar Informationen ein sehr revolutionärer Akt. Die Leute von Bus-TV versuchen, die Menschen mit echten Nachrichten zu versorgen, aber der Kampf wird noch lange dauern.”