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Mönchengladbach: Toter bei illegalem Autorennen

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Mönchengladbach: Toter bei illegalem Autorennen

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Bei einem illegalen Autorennen in Mönchengladbach ist laut Polizei Mönchengladbach am Wochenende ein 38-jähriger Mann totgefahren worden. Laut Zeugenaussagen war der Unfallfahrer bei einem Überholmanöver in den Gegenverkehr gerast. Der Fahrer (28) wurde noch am Unfallort festgenommen, ist aber inzwischen nach Medienberichten (“SPIEGEL”) auf freiem Fuß. Die Polizei in Mönchengladbach geht davon aus, dass der Unfallverursacher und ein weiteres Fahrzeug mit mehr als 90 Stundenkilometer unterwegs waren. Auf der Straße sind 40 Stundenkilometer erlaubt. Ingo Thiel, Leiter der Ermittlungskommission: “Wir haben hier keine Raser-Szene, wir haben hier nur eine Tuning-Szene.”


Das Amtsgericht Mönchengladbach hat gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher Haftbefehl wegen Mordes erlassen. “Zunächst einmal werte ich das Tatgeschehen als ein Tötungsdelikt, weil der Täter billigend in Kauf genommen hat, dass bei der Fahrweise, zu dieser Zeit und an diesem Ort Menschen tödlich verletzt werden können”, sagte Oberstaatsanwalt Stefan Linges nach Medienberichten (“RP online”). Gegen zwei weitere Beteiligte wurde ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet.


In jüngster Zeit hat es in Deutschland mehrere schwere Unfälle bei illegalen Autorennen gegeben. Zwei Raser in Berlin wurden von einem Gericht Ende Februar wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. In Hagen müssen sich zwei Angeklagte vor dem Landgericht verantworten – bei einem mutmaßlichen Autorennen wurden fünf Menschen verletzt.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe befasst sich mit einem weiteren Fall. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verschärfung der Strafen gegen zwei Männer. Sie hatten sich im April 2015 in Köln ein Rennen geliefert. Das Bundesverkehrsministerium arbeitet an einem Gesetzentwurf, der für Raser nach einem tödlichen Unfall bis zu zehn Jahre Haft vorsieht.

su mit dpa