Eilmeldung

Sie sind dem Bürgerkrieg im Südsudan entkommen und sehen nun in Uganda einer perspektivlosen Zukunft entgegen. In provisorischen Lagern wie dem Bidi Bidi Camp in Norduganda müssen Tausende Waisenkinder plötzlich selbst Verantwortung übernehmen – für sich selbst und andere. Obwohl noch minderjährig, scheint vielen traumatisierten Mädchen die Kindheit Lichtjahre entfernt. Agnès Sida hat kurz nach der Ankunft im Camp ihr Baby verloren. Der Säugling starb an Malaria. Seitdem geht es Sida noch schlechter:“In meinem Kopf herrscht Chaos. Ich kann nicht aufhören zu weinen, weil ich immer an mein Baby denke und an die unsichere Zukunft. Ich habe die Schule ohne Abschluss verlassen. Seitdem sitze ich Zuhause.”

Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto im Bidi Bidi Camp. Um die Probleme der Mädchen zu lindern, wurde jeweils 18 von ihnen ein Tutor zur Seite gestellt. Durch nachhaltige Unterstützung soll ein ganzes Netzwerk von Selbsthilfegruppen entstehen. Vorrangig ist die Möglichkeite eines Schulbesuchs. Für diejenigen Flüchtlinge, die dazu in der Lage sind.

Faidah Ded Obombasa ist eigentlich Altenpflegerin und arbeite nebenbei als Tutorin in dem Camp:“Wir haben festgestellt, dass viele von ihnen die Schule abgebrochen haben und das möchten wir ändern. Wir wollen, dass diese Mädchen eine Ausbildung bekommen, die sie voran bringt.”

Fraglich bleibt, wie lange Nachbarländer wie Uganda, die selbst kaum das Nötigste haben, noch den Ansturm von Kriegsflüchtlingen aus dem Südsudan verkraften können. Nach Uganda sollen seit Ausbruch des Bürgerkriegs Ende 2013 rund 800.000 Südsudanesen geflohen sein. Insgesamt hat der Konflikt laut des UN-Flüchtlingshilfswerks bereits 3,7 Millionen Menschen vertrieben.

Refugee Day: Mustafa Bag