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Katholische Kirche: 3400 Tote bei Kasai-Konflikt im Kongo


Republik Kongo

Katholische Kirche: 3400 Tote bei Kasai-Konflikt im Kongo

In Folge des Konflikts in der Kasai-Region im Kongo sind nach Angaben der katholischen Kirche seit vergangenem Oktober fast 3400 Menschen getötet worden. Mindestens 20 Dörfer seien komplett zerstört worden, 60 katholische Gesundheitsstationen und 141 Schulen ebenfalls schwer beschädigt oder zerstört worden, teilte die apostolische Nuntiatur im Kongo mit. Bislang wurde die Zahl der Opfer zumeist auf rund 1000 geschätzt. Die katholische Kirche hat im Kongo, wo Regierungsinstitutionen schwach sind, ein dichtes Netzwerk an Pfarreien und gilt daher meist als bestens informiert.

Auch UN-Menschenrechtskommissar Said Ra’ad Al Hussein berichtete von Gewalttaten in der Region. Hunderte Dorfbewohner seien dort von einer Miliz zu Tode gehackt oder erschossen worden. «Mein Team hat Kinder, die gerade mal zwei Jahre alt waren, mit abgehackten Gliedmaßen gesehen, viele Babys hatten Schnittwunden von Macheten und schwere Verbrennungen», sagte er vor dem Menschenrechtsrat in Genf. Es brauche eine internationale und unabhängige Untersuchung der Verbrechen aller Konfliktparteien.

Der Konflikt in der vormals friedlichen Kasai-Region eskalierte, nachdem Sicherheitskräfte im August 2016 den Anführer der Miliz Kamuina Nsapu getötet hatten. Rund 1,3 Millionen Menschen haben seither in anderen Landesteilen Schutz gesucht.