Eilmeldung

Israel hat den Bau einer neuen Siedlung im palästinensischen Westjordanland begonnen. Es ist das erste Mal seit 1992 und seit Beginn des Friedensprozesses mit den Palästinensern, dass Israel neu baut. Bisher wurden vor allem bestehende Siedlungen erweitert. Das israelische Sicherheitskabinett hatte den Bau der neuen Siedlung nordöstlich von Ramallah Ende März gebilligt, was damals scharfe internationale Proteste auslöste.

“Der Premierminister sagte gestern über seinen Twitter-Account, dass er sein Versprechen erfüllt und dahinter steht. Die Leute von Amona schätzen seine Bemühungen und die seines Büros bei diesem Engagement, dass den Evakuierten von Amona eine neue Siedlung schaffen soll”, sagt Avichai Boaro, Sprecher der Amona-Evakuierten.

“Heute haben vor Ort die Bauarbeiten für die Errichtung einer neuen Siedlung für die Einwohner von Amona begonnen, so, wie ich es versprochen habe,” schrieb der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auf Twitter:


Der neue Ort ist für die 40 Familien gedacht, die Anfang Februar aus dem Sieldungs-Außenposten Amona geräumt wurden.

“Das ist die Art und Weise, wie Benjamin Netanjahu Trumps Abgesandten entgegentritt. Darüber hinaus muss gesagt werden, dass seit der Wahl des US-Präsidenten (Donald) Trump Israel seine Siedlungen – illegale Aktivitäten – verstärkt und die besetzten Gebiete um 70 Prozent erhöht hat”, sagt der palästinensische Politiker Mustafa Barghouti.

Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete für einen künftigen eigenen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Mittlerweile leben im Westjordanland und Ostjerusalem rund 600.000 israelische Siedler, für die sich Netanjahu politisch einsetzt.

Israels Entscheidung neu zu bauen ist symbolisch: Während des Sechstagekrieges im Juni 1967 hatte der jüdische Staat unter anderem das Westjordanland und den arabischen Ostteil Jerusalems erobert. Dieses Ereignis jährt sich diesen Monat zum 50. Mal.