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Ventilator oder Hitzefrei? Diese Regeln gelten bei extremen Temperaturen in Europa


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Ventilator oder Hitzefrei? Diese Regeln gelten bei extremen Temperaturen in Europa

Europa schwitzt. Die Temperaturen sind seit Tagen nicht gefallen, auch nachts zeigen die Thermometer vielerorts über 25 Grad an. Vor allem für ältere und pflegebedürftige Personen, sowie für Schwangere und Kleinkinder gilt besondere Vorsicht. Denn die Hitze kann gesundheitsbeeinträchtigend wirken. Allen Altersgruppen wird daher empfohlen, mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu trinken und die Mittagshitze zu meiden.

Doch nicht in jedem Land geht man mit Hitzeperioden gleich um. Wie sehen die Bestimmungen in Europa aus?

Die Personalabteilung der EU hat an ihre Mitarbeiter am Anfang der Woche folgendene Empfehlungen per Email verschickt:

  • Lichter ausschalten, Fenster zu, Jalousien runter
  • Liechte Kleidung, keine Anzüge oder Krawatten
  • Keinen Alkohol dafür aber viel Wasser trinken
  • Keine körperliche Anstrengung
  • Falls die Temperaturen über 30 Grad steigen, sollen Mitarbeiter um 16 Uhr nach Hause gehen

Für Mittwoch und Donnerstag sind Temperaturen bis zu 34 Grad Celsius angekündigt.



In Frankreich gibt es seit 2003 einen offiziellen Hitzewelle-Plan. Damals kamen bei extremen Temperaturen rund 19 000 Menschen ums Leben. Seither gibt es vier verschiedene Alarmstufen. Arbeitgeber sind an bestimmte Vorsichtsmaßnahmen für ihre Angestellten gehalten, dazu gehört eine angemessene Temperatur in den Arbeitsräumen. Zudem soll den Angstellten Wasser zur Verfügung gestellt werden. Verpflichtende Maßnahmen gibt es aber nicht.

Die Regierung weist die Bevölkerung an, den Körper frisch zu halten, sich regelmäßig nach Angehörigen zu erkundigen, genug zu essen und keine anstrengende Arbeit auszuführen. Zudem wurde eine kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet, die weitere Empfehlungen ausspricht.



In Großbritannien sind Arbeitgeber während der heißen Tage dazu angewiesen, den Angestellten ausreichend zu trinken zur Verfügung zu stellen, außerdem sollen regelmäßig Pausen gemacht werden. Auch die Raumtemperatur muss laut Arbeitsschutz angemessen sein.


In Deutschland sollte die Temperatur in Büros nicht 26 Grad Celsius überschreiten. Wenn möglich, sollten Arbeitszeiten angepasst werden, denkbar ist es, die Arbeit früher zu beginnen oder in den Abendstunden zu arbeiten. Über 30 Grad in Arbeitsräumen ist ein Ventilator empfohlen, allerdings brauchen Arbeitnehmer dafür die Zustimmung des Vorgesetzten. Schwangere, stillende Mütter und angeschlagene Angestellte können mit einer Sondererlaubnis gegebenenfalls den Arbeitsplatz früher verlassen oder gar an heißen Tagen Zuhause bleiben.

Die Bestimmungen über Hitzefrei für Schüler sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Generell gilt, dass sich die Schulen nach der Innen- und nicht der Außentemperatur richten sollen.

Auf manchen deutschen Autobahnen gelten während der Hitzewelle Tempolimits. Grund sind eventuelle Straßenschäden an Strecken, die vor 1980 gebaut wurden.


In Italien können Arbeitnehmer sich weigern zu kommen, wenn es am Arbeitsplatz zu heiß oder zu kalt ist. Eine angemessene Arbeitsumgebung ist nach einem Gerichtsurteil von 2008 die Verantwortung des Arbeitsgebers.


In Ungarn gelten drei verschiedene Warnstufen. Von der höchsten Warnstufe spricht man ab 27 Grad Außentemperatur. Die Medien sind angehalten, in diesen Phasen die Bevölkerung zu warnen.
Angestellte dürfen pro Stunde zwischen 10 und 15 Minuten Pause an einem frischen Ort machen. Es ist die Aufgabe der Arbeitnehmer, ausreichend Getränke zur Verfügung zu stellen. Häufig verteilen Freiwillige Wasserflaschen in Zügen und an öffentlichen Plätzen.

Schwimmbäder haben länger geöffnet, Bibliotheken und andere öffentliche Gebäude, in denen es frischer ist, sind für die gesamte Bevölkerung geöffnet.


In Griechenland werden kranke oder chronisch-kranke Personen dazu aufgefordert, die Dosis ihrer Medikamente mit ihrem Arzt anzupassen. In Arbeitsräumen, Altenheimen, Schulen und Kindergärten muss es Klimaanlagen oder Ventilatoren geben, vorzugsweise an der Decke installierte Ventilatoren. Auch öffentliche Verkehrsmittel müssen klimatisiert sein.


Auf Zypern gilt eine Hitzewelle ab 40 Grad Außentemperatur. Schulen sind ab Mitte Juni geschlossen. Arbeit 12 Uhr Mittags darf draußen nicht gearbeitet werden. Älteren Menschen wird empfohlen, zwischen Mittag und 16 Uhr nicht das Haus zu verlassen.