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Pinochet Familie erhält 5 Millionen Dollar erstattet

Beschlagnahmtes Vermögen geht zurück an die Familie, weil der Täter nicht mehr belangt werden könne, sagt das chilenische Gericht

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Pinochet Familie erhält 5 Millionen Dollar erstattet

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Ein chilenisches Berufungsgericht hat entschieden, der Staat müsse der Familie von Ex-Diktator Augusto Pinochet fast 4,4 Millionen Euro zurückzahlen. Es geht um Besitz, Es geht um Gelder und Besitztümer im Wert von insgesamt 4,894.638 Millionen Dollar, die 2004 bei Ermittlungen beschlagnahmt worden waren. In dem Verfahren geht es um die Riggs-Affäre. Auf Konten bei der Washingtoner Riggs-Bank waren Gelder in Millionenhöhe geflossen, die von Pinochet, seinen Angehörigen und engen Mitarbeitern veruntreut worden sein sollen. 2005 hatte die Riggs-Bank die geheimen Konten eingeräumt und 16 Millionen Dollar Strafe gezahlt. Nach Einschätzung der Richter kann das Vermögen nicht länger einbehalten werden, weil der mutmaßliche „Täter“ ja bereits verstorben sei. Bis heute profitieren die Witwe und ihre fünf Kinder von der Militärdiktatur, unter anderem bezieht die Witwe eine für chilenische Verhältnisse exorbitante Militärrente.


Pinochet war am 11. September 1973 maßgeblich an dem von den Vereinigten Staaten unterstützten Militärputsch gegen den demokratisch gewählten marxistisch sozialistischen Präsidenten Salvador Allende beteiligt. Von diesem Tag an regierte er Chile bis zum 11. März 1990 diktatorisch als Vorsitzender einer Militärjunta, später dann als Präsident. Er wurde nie demokratisch gewählt. Auf die enorme Zahl an Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur, darunter mehrere Tausende Ermordete, mehrere zehntausend Fälle von Folter und eine hohe Zahl von Entführten und dann „verschwundenen“ Chilenen reagierte ein Teil der Weltöffentlichkeit mit Anklage und Kritik. Pinochet starb, bevor er wegen der Verbrechen während der Militärdiktatur wie zahlreiche andere südamerikanische Militärs dieser Zeit verurteilt werden konnte.

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