Eilmeldung

Schokolade von der Elfenbeinküste - und andere Investitionsmöglichkeiten...

Die Republik Côte d'Ivoire, die Elfenbeinküste, will in den nächsten drei Jahren zum Schwellenland aufsteigen - mit Hilfe ausländischer Investoren

Sie lesen gerade:

Schokolade von der Elfenbeinküste - und andere Investitionsmöglichkeiten...

Schriftgrösse Aa Aa

Eine aufsteigende Wirtschaft – die Republik Côte d’Ivoire, die Elfenbeinküste. Wir fuhren in die größte Stadt und Wirtschaftsmetropole Abidjan, um zu sehen, wie das Land sein ehrgeiziges Ziel erreichen will, bis 2020 zum Schwellenland aufzusteigen.

Nach Jahren politischer Unruhe verzeichnete das Land in den vergangenen zwei Jahren Wachstumsraten von um die acht Prozent. Allerdings sind die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen noch nicht ganz ausgestanden. Vor kurzem meuterten Soldaten, der öffentliche Dienst streikte, die Armutsrate ist hoch. Dem Land wird jedoch großes Potenzial für Handel und Investitionen bescheinigt. Die Regierung setzt auf Verbesserung der Infrastruktur, der Strom- und Wasserversorgung und ihren Fünfjahres-Plan. Premier Amadou Gon Coulibaly: “Dieser Plan für 2016 bis 2020 beläuft sich auf sechzig Milliarden Dollar. Unser Ziel ist, dass er zu vierzig Prozent durch den öffentlichen Sektor finanziert wird, um all die Infrastrukturmaßnahmen zu tragen, und zu sechzig Prozent durch den privaten Sektor. Wir investieren auch viel ins Humankapital, in Bildung und Berufsbildung, und ins Gesundsheitsweisen.”

Mehr als sechzig Prozent der Bevölkerung sind unter 35. Das Bildungsniveau der Elite wird von Ausländern geschätzt, die Analphabetenquote ist andererseits ebenfalls hoch. Auch mit besser qualifiziertem Personal hofft die Elfenbeinküste, Investoren anzulocken – und mit entsprechenden Vergünstigungen für die Geldgeber. Amadou Gon Coulibaly: “Wir haben eine der attraktivsten Investitionsgesetzgebungen, mit bedeutenden Steuervergünstigungen, sowohl durch geringere Zölle, als auch durch Mehrwertsteuerbefreiungen. Wir verlangen aber von den Investoren im Gegenzug, dass auch die örtlichen Gemeinden von den Investitionen profitieren.”

Das Spektrum der Investitionsmöglichkeiten ist groß: Banken, Telekommunikation, Energie, Öl- und Gasförderung – und vor allem die Landwirtschaft – insbesondere Kakao und Kaffee.
Die Elfenbeinküste rief eigens ein Investitionsförderzentrum (CEPICI) ins Leben, um potentiellen Kapitalgebern Möglichkeiten aufzuzeigen und Kontakte zu vermitteln.

CEPICI-Chef Emmanuel Essis: “Die erste Etappe für einen Investor, der in einem Land ankommt, ist, Informationen einzuholen. Unser Zentrum wurde dafür gegründet – dass der Investor einen einzigen Ansprechpartner hat bei seiner Suche nach Investitionsmöglichkeiten. Wir beschaffen Informationen, geben Hilfestellung – Sie können Ihr Unternehmen in einem Tag gründen. Das ist diese zentrale Anlaufstelle, die den Investoren Zeit spart. Unser Land hat den Vorteil einer sehr vielfältigen Wirtschaft, die von der Landwirtschaft bis zu den Dienstleistungen reicht. Wir haben landwirtschaftliche Rohstoffe, die beste Investitionsgelegenheit tut sich also in der Agrarindustrie auf, in der industriellen Weiterverarbeitung.”

Die Elfenbeinküste ist der weltgrößte Kakaoproduzent. Dass der Kakaopreis weltweit einbrach, machte dem Land allerdings schwer zu schaffen. Auch wegen Kindersklaverei stand es am Pranger. Der französische Schokoladenhersteller CEMOI ließ sich hier schon Ende der neunziger Jahre nieder und steckte vor zwei Jahren weitere Millionen in die ivorische Schokofabrik. General Manager Benjamin Bessi: “Wir können hier 70.00 Tonnen Kakao verarbeiten. Wir erhalten ihn von Kooperativen und verarbeiten ihn hier von der Bohne bis zur fertigen Schokolade.”

Was ist das Erfolgsrezept für ausländische Investoren? Bessi: “Der Schlüssel zum Erfolg ist allem voran Bildung. Die internationalen Konzerne suchen bei ihrer Investition dieses Profil: Gut aufgebildete Ivorer, die ihre Erfahrung einbringen können. Da geht also die nationale Politik der Förderung nationaler Kader Hand in Hand mit dem Bedarf internationaler Investoren, die örtliche Kompetenz suchen.”

Mit einer Reform der Kakaopreise, moderner Investitionsgesetzgebung und einfacheren Verwaltungsabläufen versucht die Elfenbeinküste, das passende Geschäftsklima zu schaffen.

Bleibt die Hoffnung, dass das Wachstum und der Aufschwung größeren Teilen der Bevölkerung zugutekommen.