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Spionagevorwürfe gegen Hilfszentrum


Serbien

Spionagevorwürfe gegen Hilfszentrum

Es ist das größte Rettungszentrum Europas, das Russland im April in Serbien eröffnet hat. Hinter den Mauern lagert Ausrüstung für humanitäre Einsätze. Doch bestehen an dieser Version auch Zweifel. Einige vermuten, das Zentrum sei in Wirklichkeit ein Militär-Stützpunkt.

Der stellvertretende Direktor Viacheslav Vlasenko nimmt’s mit Humor: Es handele sich um Top secret-Ausstattungen für Geheimagenten. Und – mit Blick auf die Stoffpuppe … “Hier ist auch schon die erste Leiche!”

Vlasenko betont die politische Unabhängigkeit von Moskau. Ähnliche Zentren unterhält Russland bereits in Armenien und auf Kuba. Ganz unberechtigt sind die Zweifel aber nicht. Oppositionspolitiker prangern eine russische Einmischung in innere Angelegenheiten an: “Da sich alles auf die Europäische Union konzentriert, wollen wohl einige gleichzeitig Unterstützung aus Moskau. Dort hat man Interesse daran, dass Europa oder die USA kein zu leichtes Spiel mit Serbien haben,” so der frühere Ministerpräsident Zoran Zivkovic.

euronews-Korrespondent Borjan Jovanovski berichtet aus Nis:
“Die Zukunft des Zentrums bleibt unklar. Allerdings ist bekannt, dass Russland in der Region seit langer Zeit eigene Interessen verfolgt. Die Menschen auf dem Balkan fühlen sich der russisch-slawischen und -orthodoxen Kultur sehr nahe. Solange jedenfalls, wie diese Nähe nicht die europäische Perspektive aufs Spiel setzt.”