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China: Dorf unter Geröll begraben


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China: Dorf unter Geröll begraben

Ein gewaltiger Erdrutsch hat am Morgen ein chinesisches Dorf in der Provinz Sichuan unter Geröllmassen begraben.

Die Bergungsarbeiten sind ein Rennen gegen die Zeit: Da wo einst die Ortschaft stand, ist nicht mehr als eine hunderte Meter breite Geröllwüste zu sehen.
Keins der 62 teils doppelstöckigen Häuser ist mehr zu erkennen, ihre Bewohner sind unter meterhohen Erdmassen begraben. Man schätzt ihre Zahl auf 100 – 200.

Rund 1000 Helfer sind dabei, die Verschütteten zu bergen. Die Rettungstrupps setzen Bagger und Schaufellader ein, um an die Häuser zu kommen. Die Polizei schickte auch 23 Suchhunde und Ortungsgeräte, mit denen Menschen in den Gesteinsmassen gefunden werden können. Auf einer Länge von 1600 Metern wurde eine Straße verschüttet und auf zwei Kilometern der Fluss in dem Tal, an dessen Rand die Siedlung lag. Das Flusswasser bahnte sich einen neuen Weg durch das Geröll.

Qiao Dashuai überlebte den Erdrutsch wie durch ein Wunder:
“Wir hörten ein komisches Geräusch hinter unserem Haus, es war etwas laut. Ein kräftiger Wind wehte ins Zimmer, deswegen wollte ich die Tür schließen.
Als wir raus gingen, hat uns das Wasser sofort weggespült.”

Die dreiköpfige Familie entkam dem verheerenden Unglück nur knapp, der Vater hatte nach dem schreienden Baby gesehen, als er merkte, dass die Erde in Bewegung kam. Sie sind bisher die einzigen Überlebenden der Gemeinde.
Doch die Bergungsaktion ist schwierig, da die Helfer teils 20 Meter tiefe Tunnel graben müssen, um an die in ihren Häusern verschütteten Menschen zu kommen.

Das verschüttete Dorf liegt im Kreis Mao auf 2000 Metern Höhe, rund 200 Kilometer nördlich von der Provinzauptstadt Chengdu entfernt.
Nach heftigen sommerlichen Regenfällen ist das Risiko von Erdrutschen in der bergigen Region gestiegen.