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Im Irak verletzte Kriegsreporterin gestorben

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Im Irak verletzte Kriegsreporterin gestorben

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Die französische Kriegsreporterin Veronique Robert ist
an den Verletzungen gestorben, die sie bei einer Minenexplosion in
der umkämpften irakischen Großstadt Mossul erlitten hatte. Das bestätigte
die französische Fernsehgesellschaft France Télévisions.

Bei der Explosion am Montag war auch der französische Fotoreporter Stephan
Villeneuve verletzt worden, er starb später in einem US-Krankenhaus. Roberts kurdischer Kollege
Bachtiar Haddad war sofort tot.


Robert arbeitete zuletzt an einer Reportage für den Sender France2 über den Irakkrieg. Dafür
hatte sie mit ihren beiden Kollegen irakische Sondereinheiten in der
Schlacht um die Altstadt von Mossul begleitet, die noch von Kämpfern
der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehalten wird.

Nach der Minenexplosion war die schwer verletzte Robert zunächst nach
Bagdad gebracht worden, wo sie operiert wurde. In der Nacht zum
Freitag wurde sie nach Frankreich geflogen und kam in das
Militärkrankenhaus Percy bei Paris.

KAMPF UM MOSSUL

Während der Offensive irakischer Truppen gegen die
Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Altstadt Mossuls sind nach
Schätzungen der Vereinten Nationen Hunderte Zivilisten getötet oder
verletzt worden. Es gebe Berichte, wonach Tausende bis Zehntausende
Einwohner als lebende Schutzschilde missbraucht würden, sagte die
UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande. Hunderte Unbeteiligte, darunter Kinder, seien erschossen
worden.


Irakische Truppen hatten vor einigen Tagen eine Offensive
auf die dicht besiedelte Altstadt Mossuls gestartet. Das Zentrum ist
als letztes Gebiet der Stadt noch unter der Herrschaft des IS. Grande
zufolge sind noch immer 100.000 bis 150.000 Zivilisten in dem
umkämpften Viertel eingeschlossen.

Der Irak hatte im vergangenen Herbst mit der Offensive auf die
wichtigste Stadt des Landes unter Kontrolle des IS begonnen. Nach der
Eroberung des Ostteils Mossuls begannen die Streitkräfte im Februar
mit dem Sturm auf West-Mossul.

su mit dpa