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Italiens Regierungspartei bei Kommunalwahlen abgestraft

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Italiens Regierungspartei bei Kommunalwahlen abgestraft

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Italiens Regierungspartei hat bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen am Sonntag eine schwere Schlappe erlitten. Die Sozialdemokraten von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi verloren wichtige Hochburgen wie Genua.

Von 16 größeren Städten, die vom sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) gestützte Bürgermeister hatten, wechselten 12 zu bürgerlichen Kandidaten.

Insgesamt waren bei der Kommunalwahl neun Millionen Menschen in mehr als 1000 Kommunen zur Stimmabgabe aufgerufen.

In Italien muss bis spätestens Frühjahr 2018 ein neues Parlament gewählt werden. Daher werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen besonders aufmerksam verfolgt. Renzi hofft, nach seiner Niederlage beim Verfassungsreferendum und seinem Rücktritt im Dezember letzten Jahres wieder an die Macht zu kommen. Auf Facebook betonte er, seine Partei liege in der Gesamtzahl der Bürgermeister vorne. Er räumte allerdings ein: “Es hätte besser laufen können.”


Ex-Regierungschef Silvio Berlusconis rechtskonservative Forza Italia und die Rechtspartei Lega Nord, die in einer Allianz zum Beispiel Verona eroberten, sahen sich als Sieger am Sonntag. Bei den Parlamentswahlen rechnet sich Lega-Nord-Chef Matteo Salvini große Chancen aus. In Umfragen liegt seine Partei bei 15 Prozent.

Die eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung war in den großen Städten erst gar nicht in die Stichwahlen am Sonntag gekommen.