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Film: Wie Computer jemanden zum Affen machen


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Film: Wie Computer jemanden zum Affen machen

Sprechende Affen sind für Filmfans nun wirklich nichts Neues. Seit dem Original Planet der Affen mit Charlton Heston Ende der 60er-Jahre (für die Jüngeren unter uns: Heston spielte KEINEN Affen) hat sich viel getan. Die knuffigen Gummimasken in Schimpansenform sind ausgemustert, bei den jüngsten Fortsetzungen zeigen die Affen ausgefeilte Gesichtszüge, Mimik und Bewegungen.

Die Technik dahinter: Motion Capturing. Mit Kameras wird die Bewegung von Schauspielern eingefangen, ein Computer legt dann die Haut eines Affen darüber. Schauspieler Andy Serkis hat die Evolution der Technologie mitgekriegt wie kein Zweiter; schon als Gollum im Herrn der Ringe hat er vor rund 15 Jahren erste Erfahrungen mit Motion Capturing gesammelt: „Die Technologie, also Kameras und Hardware, hat sich seit dem vorherigen Film nicht so sehr“, sagt Serkis. „Aber die Software und das Verständnis dafür, wie die Bewegungen des Schauspielers und die Gesichtszüge umgesetzt werden, haben sich weiterentwickelt. Also das Rendering, die Modellierung der Hautoberfläche und so weiter.“

Für das Motion-Capturing-Verfahren tragen die Schauspieler spezielle Anzüge, die mit Markierungen versehen sind. An denen kann sich ein Computer orientieren und so feststellen, wie der Schauspieler beispielsweise seinen Arm hält und wie er sich durch den Raum bewegt. Im vorangegangenen Film der Planet-der-Affen-Serie waren es vor allem diese Anzüge, die weiterentwickelt wurden. Von einem passiven System zu einem aktiven mit beleuchteten Referenzpunkten. Der Vorteil: Diese konnten auch unter schwierigen Lichtverhältnissen, beispielsweise bei starkem Sonnenlicht im Freien, benutzt werden.

Es kommt aber nicht nur auf die Technologie an. Damit Motion Capturing realistisch wirkt, muss auch alles drumherum stimmen. „Wir haben im Schnee gedreht, im Regen, in der Eiseskälte“, erzählt Regisseur Matt Reeves. „Andy Serkis, Steve Zahn, die Schauspieler waren in ihren Motion-Capture-Anzügen. Das Schwierige war, beim Dreh alles andere so herzurichten, dass diese Aufnahmen am Ende lebendig wirken.“

Wer wissen will, ob das gelungen ist, kann den 140-Minuten-Schinken „Planet der Affen: Survival“ ab Anfang August in den deutschsprachigen Kinos sehen.

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