Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Zypern nach 43 Jahren Teilung - UNO ist optimistisch


Schweiz

Zypern nach 43 Jahren Teilung - UNO ist optimistisch

In der Schweiz ist eine neue Verhandlungsrunde zur Überwindung der Teilung Zyperns gestartet. Im Falle einer Abmachung zur Überwindung der mehr als 40-jährigen Teilung der Mittelmeerinsel könne noch vor Jahresende ein Referendum über das Ergebnis in beiden Teilen der Insel stattfinden.

Der UNO-Vermittler für Zypern, Espen Barth Eide legte die Erfolgslatte hoch: «Der grösste Erfolg wäre ein umfassender Deal, das ist hart, aber nicht unmöglich», sagte er. Wenn das nicht gelinge, müsse wenigstens ein Durchbruch bei allen Knackpunkten erzielt werden, so dass nur noch kleinere Einzelheiten beschlossen werden müssten. Sonst könne man nicht von einem Erfolg sprechen.”

Dabei waren am Mittwoch der griechisch-zyprische Präsident Nicos Anastasiades und der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci, sowie die Aussenminister der sogenannten Garantiemächte Griechenland und Türkei und die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini. Grösster Streitpunkt ist die Stationierung der 35.000 türkischen Soldaten, die nach dem Willen Ankaras die türkischstämmige Minderheit schützen soll. Das sei in einem vereinten Zypern nicht nötig, argumentiert die griechische Seite. Die Zyprer müssen sich in Sicherheitsfragen mit den Garantiemächten Türkei, Griechenland und Grossbritannien, der ehemaligen Kolonialmacht, absprechen. Die Briten wollen ihre zwei Militärstützpunkte ebenfalls nicht aufgeben. Neben den Fragen der territorialen Sicherheit müssen sich die Zyprer auf den genauen Grenzverlauf, die Entschädigung für Vertriebene und die Zusammensetzung der Regierung verständigen

Seit einem griechischen Putsch und einer folgenden türkischen Militärintervention ist die Insel geteilt. Die Türkei versteht sich als Schutzmacht, hält den nördlichen Teil der Insel besetzt. Entscheidend wird also sein, ob sie an einem Kompromiss interessiert ist, den Dauerkonflikt mit der griechischen Seite beizulegen. Immer wieder gibt es Reibereien zwischen Griechenland und der Türkei;, sei es politisch, miltärisch oder wirtschaftlich. Zypern ist nur ein Spielball der regionalen Rivalität. Die Gespräche können ebenso schnell wieder scheitern, auch wenn die Verhandlungsführer, der griechisch-zyprische Präsident Nicos Anastasiades und der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci noch so sehr an einer Einigung interesiert sind. Die Türkei fährt zur Zeit einen EU ferneren Kurs, will sich als unabhängige Regionalmacht behaupten. Das dürfte die Erfolgsaussichten für die Zypernverhandlungen nicht verbessern.


Im Zypernkonflikt wurde im Sommer 1974 der Norden der Insel – ein Drittel des Staatsgebietes der Republik Zypern – von türkischen Streitkräften besetzt, nachdem griechische Putschisten den Anschluss Zyperns an Griechenland durchsetzen wollten. Im türkisch besetzten Norden wurde im November 1983 die – international nicht anerkannte – Türkische Republik Nordzypern proklamiert. Obwohl eine politische Lösung bisher gescheitert ist, sind nach Jahren der Trennung gute wirtschaftliche und soziale Kontakte entstanden.