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Caracas: "Koalition" bekennt sich zu Gerichtsattacke


Venezuela

Caracas: "Koalition" bekennt sich zu Gerichtsattacke

Nach dem mutmaßlichen Granatenangriff eines Polizeihubschraubers auf den Obersten Gerichtshof in Venezuelas Hauptstadt Caracas hat Präsident Nicolás Maduro von einem “terroristischen Anschlag” gesprochen. Von den zwei auf das Gerichtsgebäude abgeworfenen Granaten sei eine nicht explodiert, sagte Maduro. Verletzte gebe es keine.

Maduro aktivierte nach der Attacke einen Plan zum Schutz des Luftraumes. In der Nähe des Gerichtshofs liegt der Präsidentenpalast.

Polizeipilot Oscar Perez erklärte in einer Videobotschaft, den Hubschrauber geflogen zu haben:“Wir sind eine Koalition aus Militärs, Polizisten und Zivilisten. Wir sind auf der Suche nach Ausgewogenheit und wenden uns gegen diese provisorische und kriminelle Regierung. Wir gehören keiner Partei an und fühlen uns auch keiner zugehörig. Wir sind Nationalisten, Patrioten und Verfechter des Institutionalismus.”

Maduro vermutete hinter dem Vorfall eine Verschwörung zur Destabilisierung seiner sozialistischen Regierung. Pilot Perez unterstellte er eine Verbindung zu seinem ehemaligen Innenminister Miguel Rodríguez Torres und damit zum US-amerikanischen Geheimdienst CIA.

Wenige Stunden vor der Attacke hatte der Staatschef mit einem bewaffneten Kampf zur Verteidigung seines sozialistischen Projekts gedroht. Für den 30. Juli plant Maduro eine Wahl zur Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung, die seine Rolle stärken soll. Dadurch befürchtet die Opposition einen endgültigen Übergang in eine Diktatur. 

Bei Unruhen und Protesten im Land mit den weltgrößten Ölreserven kamen seit Anfang April mindestens 77 Menschen ums Leben.