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200 tote Katzen in Frankreich: Gift oder Virus?

Das Tierheim glaubte zunächst an Vergiftungen, aber Autopsien lassen nun etwas anderes vermuten.

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200 tote Katzen in Frankreich: Gift oder Virus?

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Anfang Juni im südfranzösischen Badeort Saint-Pierre-la-Mer: Das örtliche Tierheim schlägt Alarm. Etwa 200 Katzen wurden tot aufgefunden, darunter viele wild lebenden Katzen, aber solche mit Besitzer.

Das Ausmaß ist so erschreckend, dass Verantwortliche schnell vermuten, dass jemand die Tiere gezielt vergiftet. Im Rathaus von Fleury, auch zuständig für Saint-Pierre-la-Mer, ist sich der stellvertretende Bürgermeister sicher: “Hier setzt eine Person Gift ein. Aber hat er es auf die streunenden Katzen oder Möwen abgesehen?”

Die Gendarmerie und die Polizei ermittelten, auch Tierärzte wurden hinzugezogen. Kleine Futterhütten zum Schutz der Nahrung für die Katzen wurden aufgestellt. Anwohner berichteten, dass die Tiere “etwas Blaues” von sich gäben, und viel “miauen” bevor sie sterben.

Ein paar Wochen später gibt es möglicherweise einen Durchbruch bei den Ermittlungen, auch wenn offizielle Quellen noch vorsichtig reagieren. Ein städtischer Angestellter erklärte: “Zwei Katzen wurden bisher obduziert und sie weisen zahlreiche Symptome des felinen Calicivirus (FCV) auf.” Das Virus ist häufiger Auslöser von Katzenschnupfen. Die Katzen hätten eine “aufgedunsene Zunge mit abgestorbener Haut, sowie eitrige Augen” gehabt.

Die Stadt hat nun weitere Untersuchungen angeordnet. Ein Tier wird französischen Medien zufolge in einem Labor in Lyon untersucht, um die Gift-Hypothese ausschließen zu können.

Saint-Pierre-la-Mer zählt im Winter etwa 1500 Einwohner, im Sommer steigt die Zahl auf rund 50 000. Nach Angaben der Gemeinde werden am Ende des Sommers zahlreiche Katzen einfach von ihren Besitzern zurückgelassen.