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Textilhändler demonstrieren gegen Steuerreform


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Textilhändler demonstrieren gegen Steuerreform

In ganz Indien haben Textilhändler gegen die große Steuerreform demonstriert, die am Wochenende in Kraft treten soll und 5 Prozent Umsatzsteuer auf Textilien beinhaltet.

Die Reform soll Indiens Steuersystem vereinfachen, doch Geschäftsmann Vijaz Shankar fürchtet, das Gegenteil werde der Fall sein: “Es geht nicht darum, dass wir keine Steuern zahlen wollen. Die Steuerreform ist jedoch zu kompliziert. Wie soll denn die Landbevölkerung das umsetzen können? Das wird nicht gehen.”

Textil- und Kleiderläden blieben aus Protest gegen die Steuer drei Tage lang geschlossen.

Kurz vor der Umsetzung von Indiens wohl größter Steuerreform seit der Unabhängigkeit machen sich viele Beobachter auf eine schwierige Anfangszeit gefasst. “Bei Einführung der GST zum 1. Juli erwarten wir in den ersten Monaten ein erhebliches Maß an Unsicherheit und Problemen”, sagte Tillmann Ruppert, Indien-Experte bei der Beratungsgesellschaft Rödl und Partner, der Deutschen Presse-Agentur.

Die GST (Goods and Services Tax) ist eine neue einheitliche Steuer auf Waren und Dienstleistungen, die das Steuersystem vereinfachen soll. Sie wird in der Nacht zum Samstag um Mitternacht (Ortszeit) mit
einer Feierstunde im Parlament in Neu Delhi eingeführt.

Es herrscht allerdings viel Ungewissheit: Bis zuletzt war noch nicht bei allen Produkten entschieden, in welche der sechs neuen Steuerklassen zwischen null und 28 Prozent sie fallen. Zudem ist unklar, wie die sogenannte Anti-Preistreiberei-Klausel des neuen Gesetzes umgesetzt werden soll. Demnach müssen Unternehmen etwaige Steuervorteile durch die GST an ihre Kunden weitergeben. Die neuen, digitalen Steuererklärungen stellen zudem die Inhaber kleinerer Geschäfte, die häufig keine Computer haben, vor Probleme.