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Bundestag für "Ehe für alle": "Wir sind stolz und glücklich"

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Bundestag für "Ehe für alle": "Wir sind stolz und glücklich"

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Nach jahrzehntelangem Ringen hat
der Bundestag “Ja“1 zur Ehe für Homosexuelle gesagt. Mit einer Mehrheit
von SPD, Linken und Grünen und knapp einem Viertel der
CDU/CSU-Fraktion (393 von 623 abgegebenen Stimmen) beschloss das Parlament die vollständige rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen.


Bundeskanzlerin Angela Merkel gehörte nicht dazu:

“Für mich ist die Ehe im Grundgesetz die Ehe von Mann und Frau, und deshalb habe ich heute auch diesem Gesetzentwurf nicht zugestimmt.”

Sie hoffe aber auf gegenseitigen Respekt, gesellschaftlichen Frieden und Zusammenhalt durch das neue Gesetz. "Ulli Köppe" hatte sie in einer Podiumsdiskussion gefragt, wann er seinen Freund heiraten könne und ihr den Verzicht auf den Fraktionszwang abgerungen.

Ulli Köppe:

“Ich bin doch nicht weniger wert als ein hetereosexueller Mensch, sondern ich bin doch gleichwertig und das soll endlich verankert sein. Und das ist des jetzt, und darüber bin ich unglaublich glücklich. Und wenn ich möchte, habe ich jetzt die Möglichkeit dazu, vor dem deutschen Recht in einem der demokratischsten Länder der Welt endlich meinen Freund meinen Ehemann nennen zu können.”

Vor dem Kanzleramt wurde die sogenannte “Ehe für alle” gefeiert. Bisher können Homosexuelle eine Lebenspartnerschaft amtlich eintragen lassen, aber nicht heiraten. Lebenspartner dürfen nicht gemeinsam Kinder adoptieren.

Eine Lesbe mit Kleinfamilie:

“Wir sind seit 8 Jahren verheiratet, und sehr glücklich verheiratet – durften das aber nie so nennen. Wir fühlen uns absolut gleichberechtigt, sind stolz und glücklich.”


In Deutschland leben nach neusten Zahlen (Mikrozensus 2015) rund 94.000 homosexuelle Paare zusammen, gut die Hälfte (43.000) in eingetragenen Partnerschaften. Der Verband der Deutschen Standesbeamten hört schon die Telefone klingeln…..

„Die ersten Anrufe laufen jetzt schon bei den Standesämtern ein“, so Geschäftsführer Gerhard Bangert.

Sigrid Ulrich mit dpa