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Start-ups für Molenbeek!

Das Sozialunternehmen MolenGeek will Unternehmertum in dem Problemviertel stärken und der Jugend eine Perspektive eröffnen

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Start-ups für Molenbeek!

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Die Brüsseler Gemeinde Molenbeek ist in der Vergangenheit eher in Zusammenhang mit islamistischem Extremismus in die Schlagzeilen geraten. Jungen Leuten aus dem Problemviertel eine Perspektive zu geben, ist das Ziel des Sozialunternehmens MolenGeek – ein Gründer- und Ausbildungszentrum für digitale Technologie, ein sogenannter “Inkubator” (Brutkasten) für Start-ups.

Meinung

Start-ups von MolenGeek bekommen nur schwer Geld, weil einige kein Diplom haben und weil sie darüber hinaus aus Molenbeek kommen.

Ibrahim Ouassari Mitbegründer von MolenGeek

Sozialunternehmen

  • Sozialunternehmen streben nicht vorrangig nach Gewinn, sondern nach Verbesserung der Welt und mehr sozialer Gerechtigkeit.
  • Ein Beispiel ist MolenGeek im Brüsseler Problemviertel Molenbeek: ein Gründungs- und Ausbildungszentrum, ein sogenannter Inkubator (“Brutkasten”) für Start-ups, der bei der Unternehmensgründung mit Beratung und Netzwerken hilft. Er bietet Coaching, Coworking-Räume, Wochenend-Seminare, bei der die Teilnehmer ihre Geschäftsidee vorstellen und beraten werden, und kostenlose Programmierkurse für junge Leute an.
  • Das Angebot steht allen offen – Schulabschluss oder Diplom sind keine Voraussetzung.

Nützliche Links

Mitbegründer Ibrahim Ouassari: “MolenGeek soll Technologie, Unternehmertum und Innovation allen zugänglich machen. Egal, welcher akademische Hintergrund, Abschluss oder nicht – wichtig ist, Unternehmer zu sein und Projekte zu haben.”

MolenGeek bietet unter anderem Coaching, Seminare für Interessenten, die eine Geschäftsidee haben und diese testen wollen, und Coworking-Möglichkeiten an. Die Programmierschule von MolenGeek vermittelt jungen Leuten aus der Gegend kostenlos Software-Kenntnisse, die sie für den Bereich digitale Medien in Unternehmen brauchen. Auch ohne Schulabschluss.

Jeder in dem Problemviertel soll eine Chance bekommen, sich für die digitale Welt fit zu machen. Und vielleicht später ehrenamtlich der MolenGeek-Community etwas zurückgeben.
Ibrahim: “Das beruht auf meiner eigenen Erfahrung. Ich habe mit 13 die Schule abgebrochen und mit zwanzig mehr zufällig die Informatik für mich entdeckt. Die Technologie hat mir viele Chancen eröffnet: Ich habe jetzt vier Firmen und zwanzig Angestellte. Das will ich weitergeben und zeigen, dass es allen offensteht.”

Eines der Start-ups ist “Skilliz”: Jura-Student Charles Vosters und zwei Freunde haben eine Online-Plattform eingerichtet, die Unternehmen studentische Berater als freie Mitarbeiter für Projekte vermittelt. Die Firmen geben ihren Bedarf in Bereichen wie IT, Marketing oder Kommunikation bei der Plattform ein und können dort die passenden Studenten finden. Charles: “Wir helfen Studenten, Unternehmer zu werden und ihre Kompetenzen als Freelancer zu entwickeln. Wir haben einen Standort gesucht und sind auf MolenGeek hier in Molenbeek gestoßen.”

Er gründete die Firma vor fünf Monaten und verbucht erste Einnahmen. 400 Studenten und 25 Unternehmen hat “Skilliz” in der Kartei, bis Jahresende sollen es 3.000 Studenten und 200 Unternehmen werden. MolenGeek habe ihm mit Brainstorming und einem Netzwerk von Unternehmern geholfen, erzählt er. Kein Einzelfall. Seit der Gründung 2015 hat MolenGeek 200 Teilnehmer aufgenommen, betreut 15 laufende Projekte und vier Firmen.

Die belgische Regierung unterstützt das Projekt und Branchengiganten wie Google und Samsung ebenfalls. Neue Projekte mit der Europäischen Kommission sind in Arbeit. Ibrahim: “Wir wollen wegen der enormen Nachfrage die Programmierschule erweitern, um allen gerecht zu werden. Dann wollen wir einen Fonds für Startkapital einrichten. Start-ups von MolenGeek bekommen nur schwer Geld – weil einige kein Diplom haben, und weil sie aus Molenbeek kommen.”