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150 Jahre Kanada

150 Jahre Kanada: Fest in Ottawa

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150 Jahre Kanada

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Kanada feiert sein 150-jähriges Bestehen. Das Land ist Teil des Commonwealth. Als Vertreter der britischen Krone waren Prince Charles und seine Gattin Camilla in Ottawa.

Am 1. Juli 1867 hatten sich die Provinzen Ontario, Québec, New Brunswick und Nova Scoatia zu einem sich selbst verwaltenden britischen Herrschaftsgebiet zusammengeschlossen. Der Schritt wird heute als offizielle Gründung Kanadas angesehen. Später kamen noch die Provinzen Alberta, British Columbia, Manitoba, Neufundland und Labrador, Saskatchewan und Prince Edward Island hinzu, außerdem die Gebiete Nunavut, Yukon und das Nordwest-Territorium.

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau sagte in seiner Rede: “Kanada ist ein Land, das nicht trotz unser Unterschiede, sondern wegen unserer Unterschiede so stark ist. Jeder kann sich hier ein gutes Leben aufbauen, egal wo er herkommt, welche Religion er hat oder wen er liebt. Ihr seid alle in Kanada willkommen.”

Offizielles Staatsoberhaupt Kanadas ist nach wie vor Königin Elizabeth II. von Großbritannien. So sah es denn bei den Feierlichkeiten auch recht britisch aus, bis die Ureinwohner tanzten.

Als europäische Forschungsreisende vor rund 500 Jahren in den hohen Norden des amerikanischen Kontinents kamen, trafen sie auf Ureinwohner, die dort bereits seit Tausenden von Jahren lebten. Von ihnen stammt auch der Name des heute zweitgrößten Lands der Erde: “Kanata“ bedeutete wohl Dorf oder Siedlung. Frankreich und später vor allem Großbritannien kolonisierten die neu entdeckten Landmassen.


Eine kleine Gruppe indigener Ureinwohner hatte gegen die Feiern zum 150-jährigen Bestehen des Landes demonstriert. Vor dem Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Ottawa errichteten sie am Donnerstag ein Tipi, also ein typisches Zelt nordamerikanischer Ureinwohner, wie die Nachrichtenagentur Canadian Press berichtete. Am Mittwoch hatte die Polizei einen ähnlichen Versuch zunächst gestoppt, mehrere Menschen festgenommen und ihnen verboten, sich dem Parlamentshügel für sechs Monate zu nähern. Einem Facebook-Aufruf zufolge steckt hinter dem Protest die Gruppe Bawating Water Protectors aus Sault Ste. Marie in der Provinz Ontario an der Grenze zum US-Staat Michigan. In der als “Reoccupation” (Wiederbesetzung) benannten Aktion sind Angehörige nordamerikanischer Stämme aufgerufen, in der Nähe des Parlaments Tipis, Wigwams und andere traditionelle Behausungen zu errichten. Die Ureinwohner seien ursprüngliche Bewohner von “Turtle Island” (ein indigener Begriff für Nordamerika) und fordern Rückgabe der Gebiete.