Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Katar-Krise: militärische Option oder Diplomatie


Katar

Katar-Krise: militärische Option oder Diplomatie

Im Streit um das Golf-Emirat Katar ist in der Nacht zum Montag ein Ultimatum verlängert worden, und zwar auf Bitten des Vermittlerstaates Kuwait. Mehrere arabische Staaten haben Forderungen an Katar aufgestellt und mit weiteren Sanktionen gedroht.

Katar zeigte keine Bereitschaft, darauf einzugehen. Aus der Regierung heißt es, die Forderungen seien aufgestellt worden mit dem Ziel, dass Katar sie ablehne.

Unterdessen ist offenbar auch eine militärische Option nicht mehr ausgeschlossen.
„Katar lässt sich nicht einfach so von jemandem vereinnahmen“, so Verteidigungsminister Khalid bin Mohammed al-Attiyah. „Wir sind bereit, unser Land zu verteidigen. Ich hoffe nicht, dass wir das mit militärischen Mitteln tun müssen.“

Die arabischen Staaten fordern unter anderem von Katar, den Nachrichtensender Al Jazeera zu schließen. Außerdem soll das Land die Verbindungen zum Iran abbrechen und türkische Soldaten sollen ihre Basis in Katar verlassen. Hintergrund sind Vorwürfe, die Kataris unterstützten Terroristen.

Am Montag wird der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel für drei Tage in der Golf-Region erwartet. Er setzt sich für die Lösung der Katar-Krise unter kuwaitischer Führung ein, betonte aber, Deutschland werde keine Partei ergreifen. Am Mittwoch wollen sich mehrere arabische Staaten (Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten) zudem treffen, um das weitere Vorgehen gegen Katar zu besprechen.