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Gnawa-Festival in Marokko: Traditionelles plus Rock


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Gnawa-Festival in Marokko: Traditionelles plus Rock

Jedes Jahr feiert das Gnawa- und Weltmusik-Festival in der marokkanischen Stadt Essaouira die traditionelle Gnawa-Musik. Deren Ursprünge liegen in Subsahara-Afrika. Die Gnawa sind Mitglieder einer Bruderschaft und Nachfahren schwarzafrikanischer Sklaven. Ihre rhythmische Musik dient Ritualen zur Geistervertreibung und Selbstheilung.

Mehr zu den Gnawa und ihrer Musik hier

Das Festival bringt Musiker aus aller Welt zu gemeinsamen Sessions mit den “Malems”, den “Meistern” der Gnawa-Musik zusammen.



Der Brasilianer Carlinhos Brown eröffnete die 20. Ausgabe des Festivals mit Reggae und traditioneller brasilianischer Percussion, zusammen mit Malem Said und dessen Bruder Mohamed Kouyou: “Mit dem Malem und den Gnawa zu spielen, ist für mich ein Traum!” “Es war großartig”, fügt Mohamed Kouyou hinzu, “wir haben zwei Tage lang intensiv geprobt, und Allah sei dank heute Nacht hervorragend zusammen gespielt, wir sind ihm sehr dankbar dafür.”



Die “Band of Gnawa”, vor zehn Jahren beim Festival ins Leben gerufen, mischt Hits des klassischen Rocks wie “Come Together” mit denen der Gnawa-Musik. Der Franzose Loy Ehrlich initierte sie und ist künstlerischer Leiter der Formation: “Ich bin mit 21, vor 45 Jahren, durch Marokko gereist und habe in den 68ern die Gnawa-Musik entdeckt. Das hat sich in mir eingeprägt, sie hat mich sehr geprägt.”

Ebenfalls dabei Lucky Peterson, Meister der Hammond-Orgel und eine Ikone des US-amerikanischen Blues, Soul und R&B: “Es ist das erste Mal, dass ich Gnawa-Musik spiele, und ich mag sie sehr. Es geht um Gott, um Liebe und Gefühl. Wir haben alle unser Gefühl im Innersten – und von dort kommt die Musik!”



Der Franzose Titi Robin mischt seine mediterrane Musik mit den Einflüssen von Musikern aus Marokko, Indien und Brasilien: “In der marokkanischen Kultur und der Kultur Südfrankreichs, vom Ostrand des Mittelmeers bis zum Norden Indiens hat es sehr viel Austausch zwischen Philosophie, Poesie und Musik gegeben. Und wir sind uns dieses Reichtums bewusst, das ist es, was uns trägt.”


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