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"Gerechtigkeitsmarsch" nähert sich dem Ziel Istanbul


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"Gerechtigkeitsmarsch" nähert sich dem Ziel Istanbul

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Teilnehmer des Protestmarsches zwischen Ankara und Istanbul der Zusammenarbeit mit Terrorgruppen bezichtigt. Auslöser für die Aktion war die Verurteilung eines Abgeordneten der größten Oppositionspartei CHP, Enis Berberoglu, zu 25 Jahren Haft wegen Geheimnisverrats.

Angeführt wird der sogenannte Gerechtigkeitsmarsch vom CHP-Vorsitzenden Kemal Kilicdaroglu. Die Motive der teilnehmenden Aktivisten sind vielfältig:

“Mein Bruder hat an der Luftwaffenakademie studiert und sitzt seit einem Jahr im Silivri-Gefängnis. Er ist 19 und hat keine Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Es gibt noch nicht einmal eine Anklageschrift, nichts. Deshalb wollen wir Gerechtigkeit.”

“Es gibt keine Übermacht des Gesetzes. Es gibt keine Gewaltenteilung. Die Türkei wird durch die Entscheidungen einer Einzelperson regiert. Dies ist ein willkürliches/tyrannisches System.”

“Wir werden nicht müde, weil wir die Müdigkeit nicht spüren. Dies hier geschieht für eine frohe und glückliche Türkei. Mit Gottes Hilfe werden wir das schaffen.”

Gestartet am 15. Juni mit einer Handvoll Teilnehmern, hat sich der Marsch zu einem Aufschrei gegen Massenentlassungen, Verhaftungen und die Politik von Erdogan entwickelt, obwohl das Mitführen politischer Symbole untersagt ist. Auf Bannern ist nur die Aufschrift “adalet”, “Gerechtigkeit” genehmigt. Einzig die türkische Flagge und ein Slogan sind erlaubt: “Recht, Justiz, Gerechtigkeit”.

Läuft alles glatt, werden die Aktivisten am kommenden Sonntag in Istanbul eintreffen. Zur Abschlusskundgebung im Stadtteil Maltepe erwartet die CHP “mindestens eine Million Menschen”.