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Panda-Diplomatie in Berlin

Staatsakt im Berliner Zoo: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Xi Jinping begrüßen offiziell den schwarz-weißen Neuzugang.

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Pandas sind selten, Pandas sind süß. Dem Charme von Pandas lässt sich kaum widerstehen. Der Berliner Zoo hat nun wieder ein Paar – und die hohe Politik kommt persönlich vorbei.

Meinung

Ich habe noch nie einen Staatsakt für Bären vorbereitet.

Andreas Knieriem Zoodirektor

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwochnachmittag zusammen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping den niedlichen Neuzugang im Berliner Zoo begrüßt, ein hochoffizieller Staatsakt kurz vor Beginn des G20-Gipfels in Hamburg. Ende Juni waren die schwarz-weißen Bären Meng Meng (Träumchen) und Jiao Qing (Schätzchen) nach einem aufwendigen Transport aus China in ihrem zehn Millionen Euro teuren Berliner Gehege eingetroffen. Von Donnerstag an sollen sie dort das erste Mal für Besucher zu sehen sein.

Für das Privileg, Pandas aus China zu bekommen, braucht es die hohe Schule der Diplomatie. Früher waren die Pandas Staatsgeschenke aus China, heute werden sie für rund eine Million Dollar pro Jahr ausgeliehen. Ins Ausland entsandt werden dabei nur Tiere aus Zuchtstationen, die nicht eng miteinander verwandt sind.



Der jeweilige Stand der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit China scheint beim Umzug der knuddeligen Bärchen in andere Länder nicht unerheblich. Den Anstoß gab Kanzlerin Merkel vor zwei Jahren bei einem China-Besuch samt Wirtschaftsdelegation.

Der Berliner Zoo ist der einzige Tierpark in Deutschland, der die seltenen Bären hält. 2012 war mit Bao Bao der letzte verbliebene Panda aus China hochbetagt in der Hauptstadt gestorben. Ihn hatte Bundeskanzler Helmut Schmidt 1980 von der chinesischen Regierung geschenkt bekommen. Als Publikumsliebling wurde Bao Bao vom Zoo wie eine bekannte Persönlichkeit verabschiedet.

Die Zucht von Pandas gilt als sehr schwierig. Dem Berliner Zoo ist sie bisher noch nie geglückt. Falls Träumchen und Schätzchen Nachwuchs zeugen, darf Berlin die Jungtiere auch nicht behalten. Sobald sie ihre Mutter nicht mehr brauchen, müssen sie zurück nach China. Auch das ist alles streng vertraglich geregelt.

Mit einem neuen großen Panda-Hype ist zu rechnen. “Ich habe noch nie einen Staatsakt für Bären vorbereitet”, sagt Zoodirektor Andreas Knieriem. “Aber es ist eine wunderbare Aufgabe.” Pandas seien ohnehin die besseren Menschen, sagt Knieriem – und kann dem Charme der Bärchen kaum widerstehen. “Sie sprechen einfach meine Kuschelhormone an.”

dpa / Foto: REUTERS/Axel Schmidt