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Illegale Rennen: "Ein Auto ist fünfmal gefährlicher als eine Schusswaffe"

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Illegale Rennen: "Ein Auto ist fünfmal gefährlicher als eine Schusswaffe"

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Der Bundesgerichtshof, (BGH) in Karlsruhe hat Bewährungsstrafen gegen zwei Kölner Raser aufgehoben. Bei ihrem illegalen Autorennen war eine junge Radfahrerin umgekommen. Die Polizei hofft, dass die Raser-Szene dadurch zur Vernunft kommt.

Sie hatten sich ein Rennen in Köln geliefert, einer schoss mit 95 Stundenkilometern in eine Kurve, schleuderte über den Bordstein, prallte gegen eine vorbeifahrende 19-jährige Radfahrerin und verletzte sie tödlich. Beide waren mit Bewährungsstrafen von maximal zwei Jahren davongekommen – die Bewährung wurde jetzt aufgehoben.


Auch das Amtsgericht im saarländischen Saarlouis verdonnerte einen angeklagten Raser wegen fahrlässiger Tötung, vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung zu drei Jahren Haft ohne Bewährung. Der 23-jährige Saarländer war im August in eine Gruppe Jugendlicher gerast, hatte eine 14-Jährige getötet und andere verletzt. Das Landgericht Hagen verhängte 22 Monate ohne Bewährung gegen einen Raser. In Berlin verurteilte das Landgericht zwei Raser wegen versuchten Mordes zu langjährigen Haftstrafen.


Der Bundestag hatte Ende Juni einen Gesetzentwurf beschlossen, wonach solche Straßenrennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat zu ahnden sind. Begründung: Die „Zunahme illegaler Kraftfahrzeugrennen“. „Todesraser müssen hart bestraft werden“, so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Kommentar von Physiker André Bresges, Universität Köln:
“Die Schuld an einem tödlichen Unfall wird anders wahrgenommen als wenn er mit einer Schusswaffe mordet. Ich sage: Da gibt es überhaupt keinen Unterschied. Die Statistik besagt eindeutig: Ein Auto ist fünfmal gefährlicher als eine Schusswaffe.”

Sigrid Ulrich mit dpa