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Mossul: Eine Stadt in Trümmern

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Mossul: Eine Stadt in Trümmern

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Während die Befreiung der IS-Hochburg Mossul voranschreitet, eröffnet sich das Ausmaß der Zerstörung. Am Horizont, die Silhouette der einst multireligiösen Metropole – beziehungsweise das, was davon noch übrig ist. In der Altstadt gähnt ein riesiges Loch, das der Großen Moschee von Mossul.

Ein symbolträchtiger Ort, dort zeigte sich IS-Chef Abu Bakr Al-Bagdadi erstmals öffentlich unmittelbar nach der Ausrufung eines “Islamischen Kalifats” in Syrien und im Irak vor drei Jahren. Anti-Terroreinheiten der irakischen Armee haben das weitgehend zerstörte Gebäude inzwischen unter ihre Kontrolle gebracht. Diese Bilder stammen vom italienischen Fernsehen, eingebettet in die irakische Eliteeinheit “Goldene Division”.

Die irakische Regierung feiert bereits die Rückeroberung von Mossul. Doch Hunderte IS-Kämpfer verschanzen sich noch hinter Sprengfallen und Zivilisten. Haus um Haus und Gasse um Gasse kämpfen sich die irakischen Spezialeinheiten durch den Westteil der Stadt. Seit Monaten versucht die irakische Armee mit einer Offensive, den IS zu verdrängen. Der Ostteil der Stadt wurde bereits befreit. Die Behörden schätzen, dass noch 40 bis 60 000 Menschen in West-Mossul sind.

Sowohl in Mossul als auch im syrischen Al-Rakka steht die Terrormiliz vor entscheidenden Niederlagen. Der Sieg gegen den IS scheint nur noch eine Frage der Zeit. Dennoch ist es zu früh für einen Abgesang. Der IS bleibt auch deshalb eine Gefahr, weil die Probleme, die ihn stark gemacht haben, nicht gelöst sind. Die Terrorgefahr bleibt auch danach bestehen. Als Reaktion auf den Niedergang in Syrien und im Irak könnte die Miliz künftig verstärkt auf Anschläge setzen.