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G20: Putin kritisiert Anti-Russland-Sanktionen

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G20: Putin kritisiert Anti-Russland-Sanktionen

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor dem G20-Treffen in Hamburg die Sanktionen gegen sein Land scharf kritisiert: “Solche Sanktionen haben keine Perspektive.”

Der russische Staatschef richtete im “Handelsblatt” unter dem Titel “Wir teilen die deutschen Prioritäten” einen Appell an den G20-Gipfel: “Ich bin der Überzeugung, dass nur offene, auf einheitlichen Normen und Standards basierende Handelsverbindungen das Wachstum der globalen Wirtschaft stimulieren und eine fortschreitende Entwicklung zwischenstaatlicher Beziehungen fördern können. Der Protektionismus entwickelt sich zu einer Verhaltensnorm.” Die Sanktionen gegen sein Land seien genau das: verdeckter Protektionismus, der den G20-Grundsätzen widerspreche.

Vor wenigen Tagen hatte aber Russland in einem Gegenzug gegen die verlängerten EU-Sanktionen auch die eigenen Sanktionen gegen die EU bis 2018 verlängert. Die Sanktionen waren wegen der russischen Intervention in der Ukraine und der Annexion der Krim verhängt worden.

Beim Gipfel der großen Wirtschaftsmächte und der EU, der am Freitag beginnt, trifft Putin erstmals auf US-Präsident Donald Trump. Wegen dessen protektionistischer Politik und dem unter Trump angekündigten Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen von Paris sind inhaltliche Fortschritte in Hamburg fraglich.

Putin bekräftigte in seinem Gastbeitrag das Bekenntnis Russlands zum Klimaschutz. Sein Land gehöre zu den führenden Mitstreitern im internationalen Klimaprozess und habe seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll übererfüllt. “Im Wesentlichen kompensierten wir somit die zunehmenden Emissionen anderer Länder und Regionen der Welt”, schreibt Putin.