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Blutbad in Acapulco

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Blutbad in Acapulco

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Erneut Tote in einem Gefängnis in Mexiko. 28 Insassen kamen ums Leben bei Ausschreitungen in einer Haftanstalt in Acapulco – die schlimmsten in den vergangenen Jahren. Nach Angaben der Polizei hat diese die Lage mittlerweile unter Kontrolle gebracht. Die Kämpfe zwischen rivalisierenden Gangs waren im Hochsicherheitstrakt ausgebrochen. Erst Anfang Juni wurden in einem Gefängnis in Monterrey 49 Menschen getötet.

Im Gefängnis sitzen zahlreiche Schwerverbrecher mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität ein. Der Bundesstaat Guerrero ist eine Hochburg des Opiumanbaus.

Mexiko hat ein großes Sicherheitsproblem. Acapulco, wo sich einst die Reichen tummelten, ist mittlerweile Schauplatz blutiger Bandenkriege, es zählt zu den mörderischsten Städten weltweit. Aus Angst bleiben mehr und mehr Urlauber fern.

Unterwelt im Umbruch


Die mexikanische Unterwelt ist im Umbruch. Nach der Festnahme oder Tötung mächtiger Kartellbosse tobt in einigen Verbrechersyndikaten ein blutiger Kampf um die Nachfolge. Außerdem mischen immer mehr
kleinere Banden bei Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Benzindiebstahl mit.

In den vergangenen Monaten haben die internen Verteilungskämpfe eine beispiellose Gewaltwelle ausgelöst. Allein im Mai wurden nach Angaben des Amts für öffentliche Sicherheit 2186 Menschen getötet. Das war
der höchste Wert seit Beginn der systematischen Erhebung vor 20 Jahren. Seit Jahresbeginn wurden 9916 Menschen getötet, 29,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2016. Zum Vergleich: In Deutschland
wurden im gesamten vergangenen Jahr 876 Menschen Opfer von Mord und Totschlag.