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Vom Selfie zur Selbstdarstellung

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Vom Selfie zur Selbstdarstellung

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Das Selfie als Kunstwerk – eine Ausstellung in Londons Saatchi Gallery erforscht die Geschichte des Selbstporträts – von den alten Meistern bis zum Selfie-Wahn.

Die Saatchi Gallery in London ist eines der wichtigsten Museen für zeitgenössische Kunst weltweit. Aktuell können die Besucher in der britischen Hauptstadt eine kostenlose Ausstellung über das Selbstporträt bestaunen. Von den alten Meistern bis zum Selfie, das aus unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist.

Museumsdirektor Nigel Hurst erklärt im euronews-Interview: “93 Millionen Selfies werden jeden Tag aufgenommen. Sie sind Teil unserer modernen Welt geworden. Sie gehören zur visuellen Landschaft unserer Zeit und das will unsere Ausstellung zeigen. ‘Vom Selfie zur Selbstdarstellung’ ist die erste Ausstellung der Welt, die sich mit der Geschichte des Selfies befasst.”

Es ist kein Zufall, dass die Saatchi Gallery genau diesen Trend in den Fokus rückt. Das Museum ist weltweit die Nummer eins, wenn es um Soziale Medien geht, um die Erforschung der Fusion von Kultur und Technologie. Diese wird in London durchaus auch kritisch hinterfragt, wie etwa vom Journalist und Buchautor Will Stor:

“Wir sind eine selbstverliebte Gesellschaft und ich denke, das hat viel mit unserer aktuellen Wirtschaft und unserer Umgebung zu tun. Wir müssen heute ein Stück weit selbstverliebt sein, um mithalten und vorankommen zu können. Das ist eine harte Welt da draußen.”

Mit dabei in der Saatchi Gallery ist auch der chinesische Technologiegigant Huawei mit seinem P10. Ein Smartphone, dessen Kamera quasi dreidimensional “sehen” und Objekte im Raum richtig verorten kann.

“Wir haben eine neue Technologie mit 360-Grad-Gesichtserkennung entwickelt. Sie erlaubt es der Kamera des Smartphones, alle Details um Ihr Gesicht herum einzufangen. Und wie Sie hier sehen können, entstehen dadurch qualitativ sehr hochwertige Porträtfotos”, erklärt Walter Ji, der Präsident der Huawei Consumer Business Group für die Region Westeuropa.

Im Selbstporträt dargestellt haben sich die Menschen auch schon früher gern. Dabei ging und geht weniger darum, die Welt darzustellen, wie sie wirklich ist, sondern mehr darum, wie wir sie gern hätten. Andrew Garrihy, Corporate Marketing Officer bei Huawei, sagt: “Es ist der Trend erkennbar, dass Menschen nach einem Weg suchen, sich selbst auszudrücken und sich auch mehr und mehr von der Masse abzuheben. In Zusammenarbeit mit Leica haben wir in unserem P10-Smartphone das Erbe kunstvoller Fotografie mit der Möglichkeit, selbst kreativ zu sein, vereint.”

Viele sind heute regelrecht auf Selfies und soziale Medien angewiesen, um das eigene Ego zu pushen, wie der Journalist Will Stor erklärt: “Wir können innerhalb der Selfie-Kultur beobachten, dass die Möglichkeit, sofort Rückmeldung zum geposteten Bild zu bekommen – in Form von Likes und mehr Followern – geradezu süchtig macht. Dieses System pusht unser Selbstbewusstsein und gibt uns einfach ein gutes Gefühl.”

Der Einfluss von Selfies auf unsere Kultur war auch das Thema der Debatte “Me, My_Selfie and I”, die wir am 5. Juli live auf euronews übertragen haben. Schauen Sie sich die Diskussion jederzeit noch mal an – online auf euronews.com.