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Europa und der Klimawandel: Wasser wird knapp


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Europa und der Klimawandel: Wasser wird knapp

Europa und die Welt bereiten sich auf die Folgen den Klimawandels vor. Die Risiken für die verschiedenen Regionen sind vielfältig von Dürren bis zu Überschwemmungen. Was steht uns bevor, was können wir tun? Wir sind auf Zypern, wo Forscher nach Antworten suchen.

Immer seltener fällt Regen, der dieses Flussbett mit Wasser füllt. Die Folge: Erosion, mehr Ablagerungen. Ein Damm wurde gebaut, um den Fluss zu verlangsamen. Das Wasser soll tiefer in den Boden eindringen. Aber die vermehrten Ablagerungen sind ein Hindernis.

Die Hydrologin Adriana Bruggeman vom “Cyprus Institute” erklärt: “Die Menschen hier nutzen Grundwasser, sowohl für den Haushalt als auch zur Bewässerung. Durch den Klimawandel gibt es hier aber immer weniger Wasser. Wir wollen also sehen, wie viel Wasser wir speichern können.”

Die Sorge ist, dass in diesem recht trockenen Land Wasser verdampft, bevor es die Wasserspeicher unter der Erde erreicht. Die Forsche rnehmen Bodenproben, um zu sehen, wie schnell das Flusswasser durch die Sedimentschichten gelangt.

Der Hydrologe Corrado Camera vom “Cyprus Institute” meint: “In diesem Zylinder haben wir eine bestimmte Menge an Erde. Wir werden diese Probe trocknen, wiegen, und so die Dichte des Bodens bestimmen.”

Um ein besseres Verständnis des Wasserkreislaufs zu erlangen, wird auch anderes gemessen. Etwa die Auswirkung von Bäumen. Die Baumkronen sammeln Regenwasser, das verdunstet, bevor es auf den Boden kommt. DIe Wurzeln saugen Wasser aus dem Boden, damit der Baum wachsen kann.

Der Ökohydrologe Marinos Eliades vom “Cyprus Institute”: “Dieser Sensor hat drei Nadeln, mit denen wir abschätzen können, wie schnell das Wasser durch die Stämme läuft. Dadurch sehen wir, wie viel Grundwasser die Bäume brauchen.”

In der Region um Mülheim in Deutschland sind rund eine Million Menschen auf Wasserspeicher angewiesen. Stärkere Sommerregen steigern das Risiko von Überschwemmungen. Forder nutzen zusätzlich zu ihren Messungen der Wassergeschwindigkeit oberhalb und in der Erde auch Wetterdaten. Um Veränderungen im Wasserkreislauf besser zu verstehen.

Der Hydrologe Marc Scheibel vom Wupperverband sagt: “Wir erleben, dass die sich Regenfälle verändern. Wir haben im Winter manchmal weniger Regen. Normalerweise kommen die Fluten im Januar, Februar. Jetzt kommen sie manchmal im März. Und die Fluten im Sommer sind stärker.”

Das Projekt untersucht Standorte in sechs Ländern. Ziel ist eine detaillierte Zehnjahresaussicht über die Folgen des Klimawandels auf die europäischen Wassersysteme. All das hat Konsequenzen für die Landwirtschaft, Industrie, den Tourismus und andere Bereiche.

BINGO – Mitarbeiterin Rafaela Matos: “Diese Forschung hilft uns, den Einfluss des Klimawandels auf unsere Umwelt vorherzusagen. Ob es um Überschwemmungen oder Trockenheiten geht. So können wir angemessen reagieren, mit der richtigen Infrastruktur und mit umweltbewussterem Verhalten der Menschen.”

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