Eilmeldung

Hamburg: einmal Hölle und zurück

Sie lesen gerade:

Hamburg: einmal Hölle und zurück

Schriftgrösse Aa Aa

Nach den Krawallen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg bittet die Polizei die Menschen um Hinweise auf Randalierer. Bis Sonntagmorgen nahmen die Beamten fast 200 Menschen vorläufig fest, etwa noch mal so viele nahm sie in Gewahrsam. Eine Sonderkommission wurde eingesetzt.


Nach den Gewaltexzessen findet der deutsche Innenminister Thomas de Maizière klare Worte. “Angesichts der Bilder aus dem Schanzenviertel in Hamburg ist überhaupt nicht zu verstehen, wie man auf die Idee kommen kann, Menschen, die bereit sind, Gehwegplatten von Hausdächern auf andere Menschen zu werfen, als politische Aktivisten zu bezeichnen. Sowas ist Vorbereitung zu versuchtem Mord,” sagte de Maizière.

Für Deutschland waren es die schlimmsten Krawalle seit Jahrzehnten. Zahlreiche Verletzte, brennende Autos, geplünderte Geschäfte. Wochenlang war über das große Sicherheitsrisiko debattiert worden. Hamburg hat traditionell eine große autonome Szene. Warnungen, einen Austragungsort zu wählen, der nicht in der Nähe von Wohnvierteln liegt, wurden nicht beachtet. Weder auf Bundes-, noch auf lokaler Ebene.

Viele Hamburger Bürger fordern nun personelle Konsequenzen.


Doch der Erste Bürgermeister lehnt einen Rücktritt ab. Olaf Scholz erklärte, “wir haben einen sehr großen Polizeieinsatz vorbereitet, um die Sicherheit der Gipfelteilnehmer und der Bürgerinnen und Bürger zu garantieren. In Hinblick auf das, was wir an Zerstörung erleben mussten, ist das nicht so gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben.”

Mehr als 20.000 Beamten aus ganz Deutschland waren im Einsatz. Doch die Randalierer hatten zum Teil stundenlang freie Hand, bis die Polizisten eingriffen. Mehr als 450 der Sicherheitskräfte wurden bei den Zusammenstößen verletzt.


“Welcome to hell” – das Motto der Proteste hat für viele Hamburger gehalten, was es versprach. Einmal Hölle und zurück.