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Neue Hoffnung für todkrankes Baby Charlie

Sie hatten bereits von ihrem Sohn Abschied genommen, jetzt keimt wieder Hoffnung auf. Der kleine Charlie könnte für eine experimentelle Therapie ins Ausland gebracht werden.

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Neue Hoffnung für todkrankes Baby Charlie

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“Wenn Charlie weiterkämpft, kämpfen auch wir weiter”, rufen Demonstranten am Montag vor dem Londoner High Court. Drinnen wird der Fall des todkranken Babys Charlie Gard neu aufgerollt. Nachdem seine Eltern ihn schon verloren geglaubt hatten, gibt es jetzt wieder Hoffnung. Seit Monaten versuchen sie durchzusetzen, dass der an einer seltenen Erbkrankheit leidende Charlie im Ausland mit einer experimentellen Therapie behandelt werden darf. Bisher waren die Richter dagegen.

Da sie das Leid des Kindes nur verlängern würden, sollen alle lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden, so die Meinung der Ärzte und der Justiz. Der Sprecher der Eltern, Alasdair Seton-Marsden, erklärte am Montag vor dem Gerichtsgebäude: “Charlies Eltern sind sehr froh darüber, dass vor dem High Court jetzt neue Expertengutachten geprüft werden. Diese werden die Richter bis nächsten Donnerstag, den 13. Juli, davon überzeugen, dass Charlies Eltern ihren Sohn für eine bahnbrechende Therapie entweder in die USA oder nach Italien bringen dürfen.”

Charlies Erkrankung heißt Mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (MDS) und führt zu Muskelschwund und irreparablen Hirnschäden. Er ist blind und taub, muss künstlich beatmet und ernährt werden. Die Eltern gaben ihn nie auf und waren immer der Überzeugung, dass ihr Sohn nicht leidet.

“Wir haben wieder Hoffnung geschöpft. Aber vorher sind wir durch die Hölle gegangen, all diese Gerichtsverfahren. Wir wollen das Beste für unseren Sohn. Wir sitzen 24 Stunden pro Tag an seiner Seite und das könnten wir nicht, wenn er leiden würde oder Schmerzen hätte. Die hat er nicht, er ist immer noch am Kämpfen. Das haben wir schon immer gesagt. Wir möchten einfach nur die Möglichkeit haben, ihm eine Chance zu geben und nichts unversucht lassen”, sagte Charlies Mutter Connie Yates nach der Entscheidung der Richter, den Prozess auf Basis der neuen Expertengutachten neu aufzunehmen,

Zuvor hatte sowohl die britische Justiz als auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass der Tod die humanste Lösung für den kleinen Charlie wäre.


Wo fängt unerträgliches Leid an? Und darf die Justiz gemeinsam mit Ärzten über Leben und Tod entscheiden? Das Schicksal des Säuglings Charlie hat eine weltweite Debatte losgetreten.