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Mit Liu Xiaobo geht engagierter Autor, Literaturkritiker, Bürgerrechtler, Dissident und Friedensnobelpreisträger. Dieser wurde ihm 2010 verliehen für seinen “langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte in China” wie es in der Begründung hieß. In Empfang nehmen konnte er die Auszeichnung allerdings nicht, weil er zu diesem Zeitpunkt schon im Gefängnis saß.

Bereits 1989 beteiligte er sich an der Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, die blutig niedergeschlagen wurde. Und kam danach wiederholt in Haft – insgesamt fünf Jahre lang. Nach seiner Entlassung im September 1999 lebte er als freier Schriftsteller in Peking.

Er war Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten “Charta 08”, in der ein “freier, demokratischer und verfassungsmäßiger Staat” in China gefordert wurde. Dafür wurde Liu wegen “Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt” zunächst unter Hausarrest gestellt und dann zu elf Jahren Haft verurteilt. “Ich sehe dem Tag entgegen, an dem meine Nation ein Land mit Meinungsfreiheit ist”, sagte Liu Xiaobo seinen Richtern.


Seinen letzten Kampf führte Liu im Krankenhaus gegen eine Leberkrebserkrankung im Endstadium. Im Juni war er deswegen aus der Haft in das Krankenhaus in Stadt Shenyang verlegt worden. Die von seiner Ehefrau Liu Xia und Freunden immer wieder erbetene und auch von ausländischen Ärzten empfohlene Ausreise zur Behandlung im Ausland wurde ihm bis zuletzt verweigert.

Foto: REUTERS/Bobby Yip