Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Abhängiger Vertragspartner - britischer Neusprech für Tagelöhner


Wirtschaft

Abhängiger Vertragspartner - britischer Neusprech für Tagelöhner

Die britische Premierministerin Theresa May versucht über die Diskussion um die Arbeitsbedingungen in Grossbritannien, die Handlungsfähigkeit ihrer angeschlagenen Regierung wieder herzustellen. Aufhänger sind die modernen Tagelöhner, die sich ohne Absicherung von Job zu Job hangeln. “Dependent contractor” werden sie genannt, abhängige Vertragspartner. Auf einem Symposium über die so genannte “Gig Economy” wurden bessere Rahmenbedingungen für diese Kleinstselbständigen gefordert, deren Lohn gerade zum überleben reicht.

Theresa May versuchte in Anbetracht ihrer wackeligen Mehrheit im Parlament im Spagat:
“Wir vermeiden überbordende Regulierung, gleichzeitig stellen wir sicher, das diese Menschen die Rechte und den Schutz haben, den sie brauchen. So arbeiten wir bei guter Beschäftigung weiter an der Vollbeschäftigung.”

Unternehmen wie Uber oder der Lieferdienst Deliveroo sind typische Vertreter der “Gig Economy”: ihr Geschäftsmodell basiert auf einer möglichst großen Zahl hochflexibler, jederzeit verfügbarer Menschen, denen man sich sonst in keiner Weise verpflichtet. Oft arbeiten diese “abhängigen Vertragspartner” für mehrere Auftraggeber auf Abruf.

Uber hat schon die Flucht nach vorne angetreten und hat höhere Beteiligungen und bessere Absicherung ihrer “Geschäftspartner” angekündigt. Deliveroo wiederum warnt, jeder Verlust an Flexibilität könnte die Geschäftsgrundlage der Gig Economy beeinträchtigen und eine Wachstumsbranche abwürgen.