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Opfer des Srebrenica-Völkermordes umgebettet


Bosnien-Herzegowina

Opfer des Srebrenica-Völkermordes umgebettet

In Srebrenica haben die Menschen dem Völkermord in der ostbosnischen Stadt vor 22 Jahren gedacht. In der Gedenkstätte Potocari wurden 71 neu exhumierte Opfer beerdigt. Ein Lastwagen mit den Särgen der von serbischen Verbänden ermordeten muslimischen Zivilisten war am Sonntag vom Friedhof in Visoko vor den Toren Sarajevos in Richtung Srebrenica aufgebrochen. Das jüngste Opfer war 15, das älteste 72 Jahre alt. Damit werden in der Gedenkstätte dann 6574 Ermordete ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Von den übrigen der bis zu 8000 Opfern fehlt noch jede Spur. Ihre Entdeckung ist so schwierig, weil serbische Einheiten nach diesem größten Kriegsverbrechen in Europa nach Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Spuren verwischen wollten. Die ursprünglichen Massengräber wurden mit schweren Baumaschinen wieder geöffnet und die Leichen in Teilen in sogenannten Sekundärgräbern verscharrt. Forensiker müssen die Leichenteile erst wieder zusammenführen. Der Genozid wurde kurz vor dem Ende des Bürgerkrieges (1992-1995) begangen.

Im Bosnien-Krieg hatten serbische Einheiten unter dem Kommando von General Ratko Mladic im Juli 1995 die UN-Schutzzone Srebrenica überrannt. Die niederländischen Blauhelme, die die Zehntausenden Flüchtlinge schützen sollten, hatten die Enklave den Serben kampflos übergeben. Anschließend hatten die Serben rund 8000 bosnische Männer und Jungen ermordet. Srebrenica gilt als erster Völkermord auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg.