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Berlin: Liu Xiaobo soll in Deutschland behandelt werden


China

Berlin: Liu Xiaobo soll in Deutschland behandelt werden

Anhänger des Nobelpreisträgers Liu Xiaobo haben in Sydney eine Mahnwache gehalten. Weil sich der Gesundheitszustand des chinesischen Regimekritikers stark verschlechtert hat, fordert auch die deutsche Bundesregierung seine schnelle Ausreise. Deutschland stehe bereit zur medizinischen Behandlung, hieß es in Berlin.


Der Dissident hat Leberkrebs im Endstadium. Am Wochenende hatte ein deutscher Arzt Zugang zum Todkranken. Seiner Einschätzung nach kann Liu bedenkenlos zur Behandlung ins Ausland gebracht werden.

Ein Vorstoß, der für Ärger in Peking sorgt. Ein Regierungssprecher erklärte, “wir hoffen, Deutschland respektiert die Souveränität der chinesischen Justiz und nimmt keine Einzelfälle zum Vorwand, um sich in unsere Innenpolitik einzumischen.”

Liu Xiaobo wurde 2010 für seinen langen und gewaltlosen Kampf für Menschenrechte in China mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Wegen “Untergrabung der Staatsgewalt” saß er zu dem Zeitpunkt bereits ein. Ende Juni wurde er wegen seines Krebsleidens ins Krankenhaus verlegt.

Liu ist seit Jahrzehnten politisch aktiv. 1989 hatte er bereits an den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens teilgenommen. Mit der Petition “Charter 08” setzten er und andere Regimegegner sich für poltische Reformen in China ein.