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Brasilien: Ex-Präsident im Korruptionssumpf


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Brasilien: Ex-Präsident im Korruptionssumpf

Neun Jahre und sechs Monate – so lange könnte Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ins Gefängnis gehen. Ein Gericht im südbrasilianischen Curitiba sprach den 71-Jährigen der Korruption schuldig. Lula kann das Urteil anfechten und bleibt bis zur Entscheidung der Berufungsinstanz auf freiem Fuß. Eine Abgeordnete der von Lula gegründeten Arbeiterpartei PT sagte am Mittwoch:

“Wir betrachten dieses Urteil als eine Art Ablenkungsmanöver. Was heute eigentlich wichtig ist, ist, dass Michel Temer nicht mehr die moralische Autorität besitzt, unser Land weiter zu regieren.”

Ein Vertreter der sozialdemokratischen Partei PSDB, gratulierte dem Richter zu seinem Urteil gegen Lula. Neuneinhalb Jahre seien verdient für das Luxusappartment in Guaruja.”

Dieses soll sich der Ex-Staatschef während seiner Amtszeit vom Baukonzern OAS für umgerechnet eine Millionen Euro renoviert haben lassen. Im Gegenzug soll er der Firma Aufträge beim staatlichen Ölkonzern Petrobras verschafft haben. Lula, der bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr antreten will, weist die Vorwürfe zurück und bestreitet, Eigentümer der Immobilie zu sein.

Es ist der erste Schuldpsruch in einem der fünf Korruptionsverfahren, die gegen Lula laufen. Der Ex-Präsident und frühere Schuhputzer ist bis heute vor allem bei der ärmeren Bevölkerung Brasiliens sehr beliebt. Während seiner zwei Amtszeiten von 2003 bis 2010 boomte Brasiliens Wirtschaft – vor allem dank der sprudelnden Öleinnahmen.